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Mittwoch, 1. Februar 2012
Tränen
Da ich gerade (wie immer) heulen muss beim bewegendsten Song, den ABBA je gemacht hat, teile ich dies mal mit der Welt:
Dienstag, 17. Januar 2012
Minnelli-Reihe: Wahnsinn und Männerliebe
VINCENT VAN GOGH - EIN LEBEN IN LEIDENSCHAFT
Tjaaa-a-aaa. Eine hochanständige und qualitativ hochwertige Hollywoodproduktion, die trotzdem den Esprit ihres Regisseurs vermissen lässt. Zu sehr wird sich damit beschäftigt Stationen im Leben van Goghs abzuhandeln. Minnellis Leitmotiv der Darstellung seelischer Zustände (in seinen Musicals und Komödien glücklich, in seinen (Melo-)Dramen innerlich zerrissen) ist zwar immer wieder spürbar, wird aber nicht so konsequent wie es das Spiel Kirk Douglas' verlangt aufs Tapet gebracht. Die farbliche Gestaltung und die Raumanordnung des Bildkaders - oft an die jeweilige "Phase" (er malte ja nur ein paar Jahre) van Goghs angepasst - ist fantastisch, die Einbindung seiner tatsächlichen Werke holprig und effekthascherisch. Die Dichte, auch was die Breitwandfotografie und -Dramaturgie angeht, gelingt Minnelli hier nicht so überzeugend wie in seinem Nervenheilanstalt-Drama DIE VERLORENEN und in diesem war sogar noch Zeit für Humor.
ANDERS ALS DIE ANDEREN
Inszenatorisch ist Minnelli hier wieder mehr bei sich, aber verfranzt sich gegen Ende wiederum. Zwei Skandale in einen Film zu packen war zwar gewagt, verkommt aber zum Tanz auf rohen Eiern. Die sympathische männliche Hauptfigur ist schwul (oder zumindest unmännlich, was zu Zeiten des Codes dasselbe war) und die ältere weibliche Hauptfigur begeht Ehebruch mit eben jenem schwulen Minderjährigen, um ihn innerlich zu befreien. Psychologisch interessant aber unzureichend gestaltet. Trotzdem gelingt es Minnelli auf fantastische Weise ein Portrait einer Zeit einzufangen, in der Schwul-Sein in Hollywood IT war.
Was mir nun bei beiden Filmen auffiel war, dass Minnelli sich in der Größe seiner Cinemascope-Bilder verliert und trotz Verwendung einer Bühnenoptik nicht immer das Bild zu nutzen weiß und, schlimmer noch, nicht mehr auf die Montage vertraut. Waren seine Filme bis 1953 z.T. furiose Schnittkaskaden, schläfern sie nun ein. Etwas mehr Einflussnahme hätte ich dem zu diesem Zeitpunkt bedeutendsten Regisseur der MGM-Studios schon zugetraut. Komischerweise ist das beim nachfolgenden WARUM HAB' ICH JA GESAGT auch schon wieder alles anders, obwohl Adrienne Fazan da auch den Schnitt besorgt.
Tjaaa-a-aaa. Eine hochanständige und qualitativ hochwertige Hollywoodproduktion, die trotzdem den Esprit ihres Regisseurs vermissen lässt. Zu sehr wird sich damit beschäftigt Stationen im Leben van Goghs abzuhandeln. Minnellis Leitmotiv der Darstellung seelischer Zustände (in seinen Musicals und Komödien glücklich, in seinen (Melo-)Dramen innerlich zerrissen) ist zwar immer wieder spürbar, wird aber nicht so konsequent wie es das Spiel Kirk Douglas' verlangt aufs Tapet gebracht. Die farbliche Gestaltung und die Raumanordnung des Bildkaders - oft an die jeweilige "Phase" (er malte ja nur ein paar Jahre) van Goghs angepasst - ist fantastisch, die Einbindung seiner tatsächlichen Werke holprig und effekthascherisch. Die Dichte, auch was die Breitwandfotografie und -Dramaturgie angeht, gelingt Minnelli hier nicht so überzeugend wie in seinem Nervenheilanstalt-Drama DIE VERLORENEN und in diesem war sogar noch Zeit für Humor.
ANDERS ALS DIE ANDEREN
Inszenatorisch ist Minnelli hier wieder mehr bei sich, aber verfranzt sich gegen Ende wiederum. Zwei Skandale in einen Film zu packen war zwar gewagt, verkommt aber zum Tanz auf rohen Eiern. Die sympathische männliche Hauptfigur ist schwul (oder zumindest unmännlich, was zu Zeiten des Codes dasselbe war) und die ältere weibliche Hauptfigur begeht Ehebruch mit eben jenem schwulen Minderjährigen, um ihn innerlich zu befreien. Psychologisch interessant aber unzureichend gestaltet. Trotzdem gelingt es Minnelli auf fantastische Weise ein Portrait einer Zeit einzufangen, in der Schwul-Sein in Hollywood IT war.
Was mir nun bei beiden Filmen auffiel war, dass Minnelli sich in der Größe seiner Cinemascope-Bilder verliert und trotz Verwendung einer Bühnenoptik nicht immer das Bild zu nutzen weiß und, schlimmer noch, nicht mehr auf die Montage vertraut. Waren seine Filme bis 1953 z.T. furiose Schnittkaskaden, schläfern sie nun ein. Etwas mehr Einflussnahme hätte ich dem zu diesem Zeitpunkt bedeutendsten Regisseur der MGM-Studios schon zugetraut. Komischerweise ist das beim nachfolgenden WARUM HAB' ICH JA GESAGT auch schon wieder alles anders, obwohl Adrienne Fazan da auch den Schnitt besorgt.
Dienstag, 10. Januar 2012
Ich bin nicht tot!
So viel kann ich schon mal sagen. Aber nicht nur, dass ich in den letzten Monaten erheblich zu tun hatte... ich musste mir auch etwas Gedanken über dieses Blog machen. Mein Selbstdarstellungsbedürfnis ist nicht groß genug, hier einfach nur Texte einzustellen. Ich brauche den Austausch, die Resonanz und die Diskussion. Das Gefühl gehört und verstanden zu werden. Das führt mich zu einer anderen Sache, die mir im Netz vor ein paar Wochen widerfahren ist und mich ins Grübeln gebracht hat. Viele meiner Überlegungen speisen sich aus interdisziplinären Ansätzen der Philosophie, Anthropologie, Psychologie, Geschichte, Genetik und inwiefern in der Filmkunst eine universale Darstellung eines uns umgebenden holistischen Weltbildes zu finden ist. Die Sache, die mir im Netz widerfahren ist, hat mir deutlich gemacht, dass ich mich im Grunde in meinem eigenen Verweisuniversum aufhalte - oft fälschlich für rein psychologische oder gar rein psychoanalytische Aspekte gehalten - und es mir an der nötigen Kapazität und Befähigung mangelt, meine Texte noch erklärender zu gestalten. Ganz zu schweigen davon, dass so etwas sowieso nicht angenehm zu lesen ist. Da ich aber auch immer davor zurückgescheut bin, einfach nur Filmkritiken zu schreiben, wusste ich in den letzten Monaten nicht, wohin es mit diesem Blog weitergehen soll.
Ich werde versuchen mich zu limitieren, um hier irgendwie weiterzukommen. Am besten erst mal mit einer Liste von Filmen, die es mir im Jahr 2011 besonders angetan haben und die Neuentdeckungen sind:
TI LUNG - DER TÖDLICHE SCHATTEN DES MR. SHATTER (Monte Hellman / Michael Carreras, 1974)
An einem Eastern mit Ti Lung ist zunächst nichts ungewöhnliches und auch, dass es sich um eine Co-Produktion zwischen den Hammerstudios und den Shaw-Brothers handelt, lässt hier noch nicht den Clou vermuten, aber für die Regie ausgerechnet Monte Hellman zu besetzen ist ungefähr so, als würde ich den Rebbe bitten die katholische Sonntagsandacht zu lesen. Nicht verwunderlich, dass er während der Dreharbeiten gefeuert wurde und Produzent Michael Carreras den Film selbst mehr schlecht als recht beendet hat. Doch trotzdem ist in den von Hellman inszenierten Dialogen (der Audiokommentar, den Hellman eingesprochen hat, gibt Aufschluss) und auch in seinen Actionszenen, die Handschrift des Regisseurs erkennbar, der Strukturen auflöst, ohne Dekonstruktivist zu sein, der das Genre benutzt, um es zu ignorieren, der so deutlich wie wenig andere Regisseure das Scheitern der alltäglichen, menschlichen Kommunikation abbildet, ohne Positionen übernehmen zu müssen und das Prinzip Film dafür nutzen kann, durch die fortlaufende Bewegung der Bilder, des nicht stattfindenden Stillstandes, durch die Dialoge, die selten etwas mit dem gezeigten Geschehen zu tun haben, uns nahtlos mit der Erfahrung eben dieses in unserer eigenen Lebensrealität vorhandenen Missverstehens zu konfrontieren. Monte Hellman kam Anfang der 1960er Jahre aus dem Nichts und ist Ende der 1970er wieder dahin verschwunden. In dieser Zeit drehte er einige Filme, die auf Filmemacher in den USA und Frankreich stark beeinflussend wirkten, ohne, dass sie einer Öffentlichkeit weitgehend bekannt, erfolgreich oder sonst irgendwie wahrgenommen worden wären. Und in dieser Zeit seiner künstlerischen Hochphase drehte er mal eben einen chinesischen Kampfsportkrimi in Hongkong. Eigentlich kann ich es immer noch nicht glauben.
DIE RACHE DES WEISSEN INDIANERS (Enzo G. Castellari, 1993)
Eine emotional enorm beeindruckende Betrachtung, die darauf verweist, wo es mit dem italienischen Genrekino auch in den 1990ern noch hätte hingehen können. Einer seiner besten Vertreter der 1970er und frühen 80er Jahre war Enzo G. Castellari, der, als zu Beginn der 90er Jahre die italienische Filmindustrie endgültig zusammengebrochen war, 1993 eine Quasi-Fortsetzung zu seinem nihilistischen Endzeitwestern KEOMA (1976) drehte. Die unschuldige Poesie des Filmes, die Nacktheit der Bilder bei gleichzeitiger mythologischer Aufladung durch einen Score, der in seinem Kitsch so überrumpelnd ist, dass man schnell die Waffen streckt, die für viele italienische Genrefilme typisch naive Gewalt, die ständige Übertreibung der Oper, bei gleichzeitigem Versuch einen postmodernen Neo-Western à la italiano zu erzählen und damit der Italowestern filmhistorisch zum letzten Mal i.S. der fortlaufenden filmgeschichtlichen Entwicklung einen Schritt gemacht hat, der ihn ins Spirituelle überführt, macht diesen Film zu einem der großen Filme meines Filmjahrs 2011.
SCHNELLBOOTE VOR BATAAN (John Ford, 1945)
John Ford war während des Zweiten Weltkrieges vielleicht nicht nur der wichtigste Regisseur des Krieges auf amerikanischer Seite, sondern weltweit aller Regisseure. Es gab kaum einen Meter Filmmaterial, der nicht vorher durch seine Auge ging. Mit seinen Dokumentationen über kriegshistorische Ereignisse prägte er das Bewusstsein für die gesamte amerikanische Nation zu diesen, sowie in weiten Teilen der Restwelt. Das brachte ihm zwei weitere Oscars ein (verrückt, wenn man überlegt, dass Ford insgesamt sechsmal den Oscar erhielt, ihm die Trophäe aber jedes Mal per Post zugeschickt werden musste, oder sie jemand für ihn abholte, weil ihn die Oscarverleihung nicht interessierte) und sorgte dafür, dass er eine Position einnahm, die kein anderer Regisseur innehatte. Er war nämlich nicht nur der oberste Chef der Filmabteilung des C.I.A.-Vorläufers Office of Strategic Services, sondern wurde in den Rang eines Commanders ehrenhalber befördert, umso an militärischen Top-Secret-Besprechungen teilnehmen zu können, zu denen nur eine Handvoll Leute Zutritt hatten. So lernte Ford auch bis zu seinem Tod jeden Präsidenten persönlich kennen. Als die MGM 1945, der Pazifikkrieg war noch im vollen Gange, einen Kriegsfilm verlangte, soll er wenig Lust dazu gehabt haben, was vermutlich damit Zusammenhing, dass er sowohl am D-Day, als auch bei der Schlacht um Midway in vorderster Front stand, sich in Midway sogar eine Kugel einfing und stark blutend weiter (Regie-)Anweisungen brüllte. 2008 geöffnete Geheimakten geben Aussagen der Frontsoldaten wieder, die meinten, der Mann habe mitten im Gewehrfeuer gestanden, sich einen Dreck um Deckung gekümmert und als er erkannte, dass die amerikanischen Soldaten sich durch den japanischen Ansturm beeindruckt zeigten, schrie er, man solle die amerikanische Flagge hissen, was einen derartige Wirkung auf Freund und Feind hatte, dass die amerikanischen Soldaten plötzlich glaubten, mit diesem Mann durch die Hölle gehen zu können. Ford selbst hat über diese Ereignisse in der Öffentlichkeit nie gesprochen und war wenig daran interessiert, einen Propaganda-Kriegsfilm zu drehen, welcher heroische Erlebnisse in der Etappe oder an der Front abbildete und den Krieg als einen Abenteuerspielplatz darstellte. Und so revolutionierte er mit SCHNELLBOOTE VOR BATAAN, aus der Not eine Tugend machend, mal eben den (Propaganda-)Kriegsfilm, indem er sich einer jeden dramaturgischen Spannungskonstruktion verweigerte, für das Kino bis dahin nicht verwendbare Lagebesprechungen, die Ford aufgrund seines Backgrounds kannte und in denen sachlich darüber gesprochen wurde, ob man zu Erreichung eines militärischen Zieles nun 1000 oder 10000 Menschenleben opfern muss, weiter die Planung des Krieges im Sinne der Generalschaftskarte und deren glückende oder scheiternde Umsetzung in authentisch anmutenden Kriegsbildern, da Ford tatsächlich vollständig auf das Militär zugreifen konnte und die im Dokumentarstil erzählten Seeschlachten mit echter Munition stattfanden, dass nahezu Nicht-Zeigen der Japaner als Kriegsgegner oder irgendwie bösartig, sondern das einzig japanische Gesicht einer jungen Frau gehört, die mit Hawaiianern und Amerikanern fröhlich feiert, als plötzlich der Angriff auf Pearl Harbor bekanntgegeben wird und die Reaktionen der Amerikaner erst mal unwichtig sind und Ford der Japanerin folgt und in der ihm eigenen Art seines Blickkinos ihr Gesicht so einfängt, dass sie das Leid, das für beide Seite nun folgen wird, durch ihre Verzweiflung zum Ausdruck bringt. Das Interessanteste aber, neben einer neuen Form der dokumentarischen Kameraführung, ist die Rahmenhandlung. In Fords Propagandakriegsfilm benutzt er keine Geschichte des Sieges, sondern der Niederlage. Der Film erzählt die Ereignisse bis zur vollständigen Kapitulation der Amerikaner im Pazifikkrieg im Jahre 1942 und ihrer Flucht vor den Japanern. Die Amerikaner sind nicht nur vernichtend geschlagen worden, sondern müssen alles im Chaos zurücklassen. Dadurch ist es letztlich unwichtig, was die kleine Schnellbootgruppe in Bataan ausrichten kann. Unwichtig, was sich in den Führungsspitzen gedacht wird und weiterhin unterläuft Ford die konventionelle Inszenierung durch Kriegsszenen Spannung erzeugen zu wollen. Es steht ja bereits fest, dass die USA verlieren werden. Wozu das Ganze also noch für Spannungsmomente unseriös ausschlachten. Die Tatsache, dieses sachlich-nüchternen, nichts verklärenden Endes - die vollständige Kapitulation genau der Nation, die eigentlich moralisch durch den Film erbaut werden sollte - ist nicht nur als böser Humor zu verstehen, sondern dass Ford, auch wenn er zu einem Film genötigt wird, mit einem Thema, dass ihm unangenehm ist, zwar den Forderungen präzis und meisterlich nachkommt, aber am Ende dann doch etwas ganz Anderes, in diesem Falle filmgeschichtlich Neues, herauskommt und er damit ganz Ford bleiben kann. Wie er in solch filmischen Realismus noch den von ihm hochgeschätzen Expressionisten Murnau unterbringt, ist zusätzlich bewundernswert.
DIE 39 STUFEN (Alfred Hitchcock, 1935)
Dieser Film war nicht nur ein Teil unserer laufenden Hitchcock-Retrospektive, sondern war auch für mich persönlich eine wichtige Erfahrung, da ich durch ihn endlich einen emotionalen Zugang zu einem Regisseur bekommen habe, mit dem ich mich jetzt seit fast 25 Jahren beschäftige. Grundproblem war wohl immer, dass ich mich, wie die meisten, mit seinen Werken ab den 1950ern beschäftigt habe, die in ihrer Formvollendung wenig Zwischenraum zulassen und gleichzeitig, dass so viele der Hitchcock-Anhänger eigentlich gar nicht so genau wissen, was das Herausragende an diesem viel umjubelten Regisseur ist und nur affirmativ nachplappern, was ein halbes Jahrhundert Filmanalyse hervorgebracht hat. So fingen wir mit ihm von vorne an und bei diesem hat es nun endlich klick gemacht. Die Flüssigkeit auf einer durch die Form bestimmten Assoziationskraft der Aktionen bestimmten Inszenierung konnte ich hier am eigenen Leibe so deutlich erfahren, dass mir auch endlich die Rezeptionshaltung klar wurde, die ich seinen Filmen entgegen bringen muss. Der Film, der dabei im Kopf entsteht, ist zugleich abhängig wie unabhängig von seinem Regisseur und scheint auf frappierende Weise die Grenzen zwischen manifestiertem Werk und Vorstellung des Rezipienten aufzuheben.
DER UNBEZWINGBARE SUPER-CHAN (Sun Yung, 1971)
Eine außergewöhnliche Erfahrung taiwanesischer Geschichtenerzählung und Filmsprache.
FAUSTRECHT DER PRÄRIE (John Ford, 1946)
Weiterer Film unserer Ford-Reihe. Mehr bei Bedarf hier.
DAS ULTIMATUM (Robert Aldrich, 1976)
Sensationeller Spannungsfilm über einen möglichen Weltuntergang und Beleg, dass Aldrich auch im Alter kein Stück abgebaut hat. Auch ist mir kein anderer Film bekannt, der so geschickt und effektiv die Split-Screen-Technik zur Spannungskonstruktion einsetzt.
DER GEHEIMAGENT (Alfred Hitchcock, 1936)
Hat mir aufgrund seiner unrunden Form noch einen Tick besser gefallen als DIE 39 STUFEN.
BEFEHL DES GEWISSENS (John Ford, 1947)
Ein für Bunuel und Bergman wegweisender Film. Mehr hier.
GEFÄHRTEN DES TODES (Sam Peckinpah, 1961)
Die Strukturen des Western aufbrechender und ein aufgrund der Produzentenbedingungen nicht immer ganz geglückter Versuch der Neudefinition. Ein Experimentalfilm geradezu. Mehr hier.
GLITZERNDER ASPHALT (Jerry Schatzberg, 1986)
Ein Kinorealist der 1970er schafft es innerhalb des Jahrzehnts, welches ein Reboot und neuen Zeitstrahl in der Filmgeschichte begründete, mit eben den neuen voyeuristischen Elementen des Videoclips zu arbeiten, aber dem greifbaren Authentizitätskino treu zu bleiben.Darum war der Abstieg ins Milieu nahezu unerträglich. Sogar das dem Jahrzehnt geschuldete konservative Ende wird mittels eines einzigen Freeze-Frames konterkariert.
RIFF-PIRATEN (Alfred Hitchcock, 1939)
Dieser oft gescholtene Hitchcock hat mir deshalb am besten aus der britischen Tonfilmphase gefallen, weil Hitch sich hier mit seinem Stil mal etwas anderem anpassen musste.
SO EIN PECHVOGEL (John Ford, 1950)
John Ford verbindet Kafka mit einer Kriegssatire. Danach dachten wir fünf Film gesehen zu haben.
WESTLICH ST.LOUIS (John Ford, 1950)
Dieser Film ist eine Huldigung an das Kino der 1900er, 1910er und 20er und gleichzeitig die Auflösung narrativer Strukturen in eine Reinheit von Film, die nur noch durch die Form erzählt, die keine nacherzählbare Handlung mehr besitzt. Filmische Poesie, die Formvollendung des Kinos an sich. Nach diesem Film ist mir nun klar geworden, warum die Größten des Kinos Ford zum Größten erklärt haben.
DIE ROTE SCHLINGE (Don Siegel, 1949)
Noch in den Strukturen des film noir gefangen, weist Siegel mit einem neuen, das Kino zum modernen hin formenden Realismus aber bereits auf das voraus, was ihm den Ruf einbrachte, mit anderen Regisseuren wie Fuller, Aldrich oder Karlson zu den angry men gezählt zu werden.
REBECCA (Alfred Hitchcock, 1940)
Überladen und hin und hergerissen zwischen seinem Regisseur und seinem Produzenten.
DER SIEGER (John Ford, 1952)
Ein Roman des 19. Jahrhunderts öffnet sich in fantastischen Technicolor-Bildern. Das Ende des klassischen Kinos.
VERDACHT (Alfred Hitchcock, 1941)
Selten habe ich erlebt, wie der eigentliche Film ein Hirngespinst des Zuschauers ist, während der Film/die Realität nur cues für eine vom Regisseur gesteuerte Fantasie liefern.
DIE GEBURT EINER NATION (David W. Griffith, 1915)
Es war ein Suhlbad aus Abscheu und Faszination. Selten habe ich etwas so Unglaubliches gesehen. Die Manipulationen waren so effektiv, dass ich die Schmach des Südens zu jeder Minute nachempfinden konnte und Schwarze gehasst habe. Es war aufwühlend, es war intensiv und es war lehrreich. Eine derartige Ansammlung von stilistischen Mitteln habe ich noch nie gesehen. Es ist der Film der Filme!
IM SCHATTEN DES ZWEIFELS (Alfred Hitchcock, 1942)
Das gleiche Konzept wie bei VERDACHT nur ist die Auflösung genau andersherum. Jedoch ist der Film hier komplexer.
KESSE BIENEN AUF DER MATTE (Robert Aldrich, 1981)
Aldrichs letzter Film ist ein fantastischer Off-Hollywood-Film, der hübsch-hässliche Bilder der Stahl- und Bergbaugegend der Ostküsten der USA zeigt. Filme, wie sie heute leider nicht mehr aus dem amerikanischen Sektor kommen.
MIT LEIB UND SEELE (John Ford, 1954)
Ford geht wieder einmal nach seiner Methode vor, die Geschichte der USA bzw. Weltgeschichte im Hintergrund mitlaufen zu lassen, während wir die herzzerreißende Geschichte eines Iren sehen, der als "white nigger" in der Ausbildungsstätte für WASPs klar kommen muss. Der vielleicht größte Spagat an dualistischen Auflösungen, den Ford je inszeniert hat.
GANZ NORMAL VERRÜCKT (Marco Ferreri, 1981)
Meine Seele, ausgedrückt in diesem Film!
Und hier der Rest von interessanten Entdeckungen, die nicht ganz so eindringlich waren wie die anderen.
DIE VERLORENEN (Vincente Minnelli, 1954)
THE DARJEELING LIMITED (Wes Anderson, 2007)
TODESMARSCH DER BESTIEN (Joaquin Luis Romero Marchent, 1972)
NINJA TERMINATOR (Godfrey Ho, 1985)
THE MOTHER OF TEARS (Dario Argento, 2009)
BRENNPUNKT LAS VEGAS (Norbert Moutier, 1989)
MORD – SIR JOHN GREIFT EIN (Alfred Hitchcock, 1930)
ENDLICH SIND WIR REICH (Alfred Hitchcock, 1931)
MADAME BOVARY UND IHRE LIEBHABER (Vincente Minnelli, 1949)
NUMMER 17 (Alfred Hitchcock, 1931)
DER MANN, DER ZUVIEL WUSSTE (Alfred Hitchcock, 1934)
WARRIORS OF FIRE (Godfrey Ho, 1986)
DESERT HAWK (Isaac Florentine, 1992)
DAS FRAUENLAGER DER NINJA (Godfrey Ho, 1986)
ZWEI TROTTEL GEGEN GOLDFINGER (Giorgio Simonelli, 1965)
NINJA-JÄGER (Teddy Page, 1983)
NEXT (Lee Tamahori, 2007)
16 BLOCKS (Richard Donner, 2005)
CLASH OF THE NINJAS (Godfrey Ho, 1986)
TERROR FORCE KOMMANDO (Richard Harrison, 1986)
EIN MANN WIE SPRENGSTOFF (King Vidor, 1949)
MANHUNTER (Earl Owensby, 1974)
THE SECRET OF THE LOST EMPIRE (Godfrey Ho, 1985)
THE LAST WARRIOR – DER KÄMPFER EINER VERLORENEN WELT (David Worth, 1983)
GRAND PRIX (John Frankenheimer, 1966)
THE WRESTLER (Darren Aronofsky, 2008)
PROVINZ OHNE GESETZ (Mario Bianchi, 1977)
HIT THE DUTCHMAN (Menahem Golan, 1992)
THE GREEN HORNET (Michel Gondry, 2010)
GHOSTHOUSE (Umberto Lenzi, 1987)
DOMINO (Tony Scott, 2005)
CRAZY AIR FORCE (Bert Convy, 1986)
HANNIBAL BROOKS (Michael Winner, 1969)
ICH POLIER’ DIR DEINE GLATZE (Fernando di Leo, 1974)
WATCHMEN – DIE WÄCHTER (Zack Snyder, 2009)
AFRICA EXPRESS (Michele Lupo, 1975)
SAFARI EXPRESS (Duccio Tessari, 1976)
STADT DER ILLUSIONEN (Vincente Minnelli, 1952)
EINE DAME VERSCHWINDET (Alfred Hitchcock, 1938)
EIN GENERAL UND NOCH ZWEI TROTTEL (Luigi Scattini, 1965)
DER LANGE TAG DER RACHE spanische Schnittfassung (Florestano Vancini, 1967)
DER PIRAT VON SHANTUNG (Chang Cheh, 1972)
RIO GRANDE (John Ford, 1950)
EMPIRE OF THE NINJAS (Godfrey Ho, 1986)
BLOOD AND BONE (Ben Ramsey, 2009)
VORHANG AUF! (Vincente Minnelli, 1953)
DIAMOND NINJA FORCE (Godfrey Ho, 1986)
OHNE LIMIT (Neil Burger, 2011)
FASTER (George Tillman jr., 2010)
DER AUSLANDSKORRESPONDENT (Alfred Hitchcock, 1940)
EIN SELTSAMER TYP (Lucio Fulci, 1962)
DEJA VU – WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT (Tony Scott, 2006)
MR. UND MRS. SMITH (Alfred Hitchcock, 1941)
TERMINAL FORCE (Fred Olen Ray, 1988)
BIONIC NINJA (Godfrey Ho, 1988)
NINJA CONDOR (Godfrey Ho, 1987)
KILLER NINJAS (Godfrey Ho, 1986)
ZWEI TROTTEL IN DER FUSSBALL-LIGA (Mariano Laurenti, 1972)
THE FIREBASE (Brian Trenchard-Smith, 1988)
TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN (Catherine Hardwicke, 2008)
WARDOG (Björn Carlström, Daniel Hübenbecher, 1986)
BLITZ (Elliot Lester, 2011)
TOUGH AND DEADLY (Steve Cohen, 1995)
WHAT PRICE GLORY (John Ford, 1952)
WEM DIE SONNE LACHT (John Ford, 1953)
NEW YORK 1991 – NACHT OHNE GESETZ (Paul Donovan, Maura O’Connell, 1983)
MOGAMBO (John Ford, 1953)
DER DREH MIT DEM MILLIONENCOUP (Fernando di Leo, 1976)
Und hier eine Gesamtübersicht meiner gesehenen Filme 2011, inklusive der mir schon bekannt gewesenen:
Ich werde versuchen mich zu limitieren, um hier irgendwie weiterzukommen. Am besten erst mal mit einer Liste von Filmen, die es mir im Jahr 2011 besonders angetan haben und die Neuentdeckungen sind:
TI LUNG - DER TÖDLICHE SCHATTEN DES MR. SHATTER (Monte Hellman / Michael Carreras, 1974)
An einem Eastern mit Ti Lung ist zunächst nichts ungewöhnliches und auch, dass es sich um eine Co-Produktion zwischen den Hammerstudios und den Shaw-Brothers handelt, lässt hier noch nicht den Clou vermuten, aber für die Regie ausgerechnet Monte Hellman zu besetzen ist ungefähr so, als würde ich den Rebbe bitten die katholische Sonntagsandacht zu lesen. Nicht verwunderlich, dass er während der Dreharbeiten gefeuert wurde und Produzent Michael Carreras den Film selbst mehr schlecht als recht beendet hat. Doch trotzdem ist in den von Hellman inszenierten Dialogen (der Audiokommentar, den Hellman eingesprochen hat, gibt Aufschluss) und auch in seinen Actionszenen, die Handschrift des Regisseurs erkennbar, der Strukturen auflöst, ohne Dekonstruktivist zu sein, der das Genre benutzt, um es zu ignorieren, der so deutlich wie wenig andere Regisseure das Scheitern der alltäglichen, menschlichen Kommunikation abbildet, ohne Positionen übernehmen zu müssen und das Prinzip Film dafür nutzen kann, durch die fortlaufende Bewegung der Bilder, des nicht stattfindenden Stillstandes, durch die Dialoge, die selten etwas mit dem gezeigten Geschehen zu tun haben, uns nahtlos mit der Erfahrung eben dieses in unserer eigenen Lebensrealität vorhandenen Missverstehens zu konfrontieren. Monte Hellman kam Anfang der 1960er Jahre aus dem Nichts und ist Ende der 1970er wieder dahin verschwunden. In dieser Zeit drehte er einige Filme, die auf Filmemacher in den USA und Frankreich stark beeinflussend wirkten, ohne, dass sie einer Öffentlichkeit weitgehend bekannt, erfolgreich oder sonst irgendwie wahrgenommen worden wären. Und in dieser Zeit seiner künstlerischen Hochphase drehte er mal eben einen chinesischen Kampfsportkrimi in Hongkong. Eigentlich kann ich es immer noch nicht glauben.
DIE RACHE DES WEISSEN INDIANERS (Enzo G. Castellari, 1993)
Eine emotional enorm beeindruckende Betrachtung, die darauf verweist, wo es mit dem italienischen Genrekino auch in den 1990ern noch hätte hingehen können. Einer seiner besten Vertreter der 1970er und frühen 80er Jahre war Enzo G. Castellari, der, als zu Beginn der 90er Jahre die italienische Filmindustrie endgültig zusammengebrochen war, 1993 eine Quasi-Fortsetzung zu seinem nihilistischen Endzeitwestern KEOMA (1976) drehte. Die unschuldige Poesie des Filmes, die Nacktheit der Bilder bei gleichzeitiger mythologischer Aufladung durch einen Score, der in seinem Kitsch so überrumpelnd ist, dass man schnell die Waffen streckt, die für viele italienische Genrefilme typisch naive Gewalt, die ständige Übertreibung der Oper, bei gleichzeitigem Versuch einen postmodernen Neo-Western à la italiano zu erzählen und damit der Italowestern filmhistorisch zum letzten Mal i.S. der fortlaufenden filmgeschichtlichen Entwicklung einen Schritt gemacht hat, der ihn ins Spirituelle überführt, macht diesen Film zu einem der großen Filme meines Filmjahrs 2011.
SCHNELLBOOTE VOR BATAAN (John Ford, 1945)
John Ford war während des Zweiten Weltkrieges vielleicht nicht nur der wichtigste Regisseur des Krieges auf amerikanischer Seite, sondern weltweit aller Regisseure. Es gab kaum einen Meter Filmmaterial, der nicht vorher durch seine Auge ging. Mit seinen Dokumentationen über kriegshistorische Ereignisse prägte er das Bewusstsein für die gesamte amerikanische Nation zu diesen, sowie in weiten Teilen der Restwelt. Das brachte ihm zwei weitere Oscars ein (verrückt, wenn man überlegt, dass Ford insgesamt sechsmal den Oscar erhielt, ihm die Trophäe aber jedes Mal per Post zugeschickt werden musste, oder sie jemand für ihn abholte, weil ihn die Oscarverleihung nicht interessierte) und sorgte dafür, dass er eine Position einnahm, die kein anderer Regisseur innehatte. Er war nämlich nicht nur der oberste Chef der Filmabteilung des C.I.A.-Vorläufers Office of Strategic Services, sondern wurde in den Rang eines Commanders ehrenhalber befördert, umso an militärischen Top-Secret-Besprechungen teilnehmen zu können, zu denen nur eine Handvoll Leute Zutritt hatten. So lernte Ford auch bis zu seinem Tod jeden Präsidenten persönlich kennen. Als die MGM 1945, der Pazifikkrieg war noch im vollen Gange, einen Kriegsfilm verlangte, soll er wenig Lust dazu gehabt haben, was vermutlich damit Zusammenhing, dass er sowohl am D-Day, als auch bei der Schlacht um Midway in vorderster Front stand, sich in Midway sogar eine Kugel einfing und stark blutend weiter (Regie-)Anweisungen brüllte. 2008 geöffnete Geheimakten geben Aussagen der Frontsoldaten wieder, die meinten, der Mann habe mitten im Gewehrfeuer gestanden, sich einen Dreck um Deckung gekümmert und als er erkannte, dass die amerikanischen Soldaten sich durch den japanischen Ansturm beeindruckt zeigten, schrie er, man solle die amerikanische Flagge hissen, was einen derartige Wirkung auf Freund und Feind hatte, dass die amerikanischen Soldaten plötzlich glaubten, mit diesem Mann durch die Hölle gehen zu können. Ford selbst hat über diese Ereignisse in der Öffentlichkeit nie gesprochen und war wenig daran interessiert, einen Propaganda-Kriegsfilm zu drehen, welcher heroische Erlebnisse in der Etappe oder an der Front abbildete und den Krieg als einen Abenteuerspielplatz darstellte. Und so revolutionierte er mit SCHNELLBOOTE VOR BATAAN, aus der Not eine Tugend machend, mal eben den (Propaganda-)Kriegsfilm, indem er sich einer jeden dramaturgischen Spannungskonstruktion verweigerte, für das Kino bis dahin nicht verwendbare Lagebesprechungen, die Ford aufgrund seines Backgrounds kannte und in denen sachlich darüber gesprochen wurde, ob man zu Erreichung eines militärischen Zieles nun 1000 oder 10000 Menschenleben opfern muss, weiter die Planung des Krieges im Sinne der Generalschaftskarte und deren glückende oder scheiternde Umsetzung in authentisch anmutenden Kriegsbildern, da Ford tatsächlich vollständig auf das Militär zugreifen konnte und die im Dokumentarstil erzählten Seeschlachten mit echter Munition stattfanden, dass nahezu Nicht-Zeigen der Japaner als Kriegsgegner oder irgendwie bösartig, sondern das einzig japanische Gesicht einer jungen Frau gehört, die mit Hawaiianern und Amerikanern fröhlich feiert, als plötzlich der Angriff auf Pearl Harbor bekanntgegeben wird und die Reaktionen der Amerikaner erst mal unwichtig sind und Ford der Japanerin folgt und in der ihm eigenen Art seines Blickkinos ihr Gesicht so einfängt, dass sie das Leid, das für beide Seite nun folgen wird, durch ihre Verzweiflung zum Ausdruck bringt. Das Interessanteste aber, neben einer neuen Form der dokumentarischen Kameraführung, ist die Rahmenhandlung. In Fords Propagandakriegsfilm benutzt er keine Geschichte des Sieges, sondern der Niederlage. Der Film erzählt die Ereignisse bis zur vollständigen Kapitulation der Amerikaner im Pazifikkrieg im Jahre 1942 und ihrer Flucht vor den Japanern. Die Amerikaner sind nicht nur vernichtend geschlagen worden, sondern müssen alles im Chaos zurücklassen. Dadurch ist es letztlich unwichtig, was die kleine Schnellbootgruppe in Bataan ausrichten kann. Unwichtig, was sich in den Führungsspitzen gedacht wird und weiterhin unterläuft Ford die konventionelle Inszenierung durch Kriegsszenen Spannung erzeugen zu wollen. Es steht ja bereits fest, dass die USA verlieren werden. Wozu das Ganze also noch für Spannungsmomente unseriös ausschlachten. Die Tatsache, dieses sachlich-nüchternen, nichts verklärenden Endes - die vollständige Kapitulation genau der Nation, die eigentlich moralisch durch den Film erbaut werden sollte - ist nicht nur als böser Humor zu verstehen, sondern dass Ford, auch wenn er zu einem Film genötigt wird, mit einem Thema, dass ihm unangenehm ist, zwar den Forderungen präzis und meisterlich nachkommt, aber am Ende dann doch etwas ganz Anderes, in diesem Falle filmgeschichtlich Neues, herauskommt und er damit ganz Ford bleiben kann. Wie er in solch filmischen Realismus noch den von ihm hochgeschätzen Expressionisten Murnau unterbringt, ist zusätzlich bewundernswert.
DIE 39 STUFEN (Alfred Hitchcock, 1935)
Dieser Film war nicht nur ein Teil unserer laufenden Hitchcock-Retrospektive, sondern war auch für mich persönlich eine wichtige Erfahrung, da ich durch ihn endlich einen emotionalen Zugang zu einem Regisseur bekommen habe, mit dem ich mich jetzt seit fast 25 Jahren beschäftige. Grundproblem war wohl immer, dass ich mich, wie die meisten, mit seinen Werken ab den 1950ern beschäftigt habe, die in ihrer Formvollendung wenig Zwischenraum zulassen und gleichzeitig, dass so viele der Hitchcock-Anhänger eigentlich gar nicht so genau wissen, was das Herausragende an diesem viel umjubelten Regisseur ist und nur affirmativ nachplappern, was ein halbes Jahrhundert Filmanalyse hervorgebracht hat. So fingen wir mit ihm von vorne an und bei diesem hat es nun endlich klick gemacht. Die Flüssigkeit auf einer durch die Form bestimmten Assoziationskraft der Aktionen bestimmten Inszenierung konnte ich hier am eigenen Leibe so deutlich erfahren, dass mir auch endlich die Rezeptionshaltung klar wurde, die ich seinen Filmen entgegen bringen muss. Der Film, der dabei im Kopf entsteht, ist zugleich abhängig wie unabhängig von seinem Regisseur und scheint auf frappierende Weise die Grenzen zwischen manifestiertem Werk und Vorstellung des Rezipienten aufzuheben.
DER UNBEZWINGBARE SUPER-CHAN (Sun Yung, 1971)
Eine außergewöhnliche Erfahrung taiwanesischer Geschichtenerzählung und Filmsprache.
FAUSTRECHT DER PRÄRIE (John Ford, 1946)
Weiterer Film unserer Ford-Reihe. Mehr bei Bedarf hier.
DAS ULTIMATUM (Robert Aldrich, 1976)
Sensationeller Spannungsfilm über einen möglichen Weltuntergang und Beleg, dass Aldrich auch im Alter kein Stück abgebaut hat. Auch ist mir kein anderer Film bekannt, der so geschickt und effektiv die Split-Screen-Technik zur Spannungskonstruktion einsetzt.
DER GEHEIMAGENT (Alfred Hitchcock, 1936)
Hat mir aufgrund seiner unrunden Form noch einen Tick besser gefallen als DIE 39 STUFEN.
BEFEHL DES GEWISSENS (John Ford, 1947)
Ein für Bunuel und Bergman wegweisender Film. Mehr hier.
GEFÄHRTEN DES TODES (Sam Peckinpah, 1961)
Die Strukturen des Western aufbrechender und ein aufgrund der Produzentenbedingungen nicht immer ganz geglückter Versuch der Neudefinition. Ein Experimentalfilm geradezu. Mehr hier.
GLITZERNDER ASPHALT (Jerry Schatzberg, 1986)
Ein Kinorealist der 1970er schafft es innerhalb des Jahrzehnts, welches ein Reboot und neuen Zeitstrahl in der Filmgeschichte begründete, mit eben den neuen voyeuristischen Elementen des Videoclips zu arbeiten, aber dem greifbaren Authentizitätskino treu zu bleiben.Darum war der Abstieg ins Milieu nahezu unerträglich. Sogar das dem Jahrzehnt geschuldete konservative Ende wird mittels eines einzigen Freeze-Frames konterkariert.
RIFF-PIRATEN (Alfred Hitchcock, 1939)
Dieser oft gescholtene Hitchcock hat mir deshalb am besten aus der britischen Tonfilmphase gefallen, weil Hitch sich hier mit seinem Stil mal etwas anderem anpassen musste.
SO EIN PECHVOGEL (John Ford, 1950)
John Ford verbindet Kafka mit einer Kriegssatire. Danach dachten wir fünf Film gesehen zu haben.
WESTLICH ST.LOUIS (John Ford, 1950)
Dieser Film ist eine Huldigung an das Kino der 1900er, 1910er und 20er und gleichzeitig die Auflösung narrativer Strukturen in eine Reinheit von Film, die nur noch durch die Form erzählt, die keine nacherzählbare Handlung mehr besitzt. Filmische Poesie, die Formvollendung des Kinos an sich. Nach diesem Film ist mir nun klar geworden, warum die Größten des Kinos Ford zum Größten erklärt haben.
DIE ROTE SCHLINGE (Don Siegel, 1949)
Noch in den Strukturen des film noir gefangen, weist Siegel mit einem neuen, das Kino zum modernen hin formenden Realismus aber bereits auf das voraus, was ihm den Ruf einbrachte, mit anderen Regisseuren wie Fuller, Aldrich oder Karlson zu den angry men gezählt zu werden.
REBECCA (Alfred Hitchcock, 1940)
Überladen und hin und hergerissen zwischen seinem Regisseur und seinem Produzenten.
DER SIEGER (John Ford, 1952)
Ein Roman des 19. Jahrhunderts öffnet sich in fantastischen Technicolor-Bildern. Das Ende des klassischen Kinos.
VERDACHT (Alfred Hitchcock, 1941)
Selten habe ich erlebt, wie der eigentliche Film ein Hirngespinst des Zuschauers ist, während der Film/die Realität nur cues für eine vom Regisseur gesteuerte Fantasie liefern.
DIE GEBURT EINER NATION (David W. Griffith, 1915)
Es war ein Suhlbad aus Abscheu und Faszination. Selten habe ich etwas so Unglaubliches gesehen. Die Manipulationen waren so effektiv, dass ich die Schmach des Südens zu jeder Minute nachempfinden konnte und Schwarze gehasst habe. Es war aufwühlend, es war intensiv und es war lehrreich. Eine derartige Ansammlung von stilistischen Mitteln habe ich noch nie gesehen. Es ist der Film der Filme!
IM SCHATTEN DES ZWEIFELS (Alfred Hitchcock, 1942)
Das gleiche Konzept wie bei VERDACHT nur ist die Auflösung genau andersherum. Jedoch ist der Film hier komplexer.
KESSE BIENEN AUF DER MATTE (Robert Aldrich, 1981)
Aldrichs letzter Film ist ein fantastischer Off-Hollywood-Film, der hübsch-hässliche Bilder der Stahl- und Bergbaugegend der Ostküsten der USA zeigt. Filme, wie sie heute leider nicht mehr aus dem amerikanischen Sektor kommen.
MIT LEIB UND SEELE (John Ford, 1954)
Ford geht wieder einmal nach seiner Methode vor, die Geschichte der USA bzw. Weltgeschichte im Hintergrund mitlaufen zu lassen, während wir die herzzerreißende Geschichte eines Iren sehen, der als "white nigger" in der Ausbildungsstätte für WASPs klar kommen muss. Der vielleicht größte Spagat an dualistischen Auflösungen, den Ford je inszeniert hat.
GANZ NORMAL VERRÜCKT (Marco Ferreri, 1981)
Meine Seele, ausgedrückt in diesem Film!
Und hier der Rest von interessanten Entdeckungen, die nicht ganz so eindringlich waren wie die anderen.
DIE VERLORENEN (Vincente Minnelli, 1954)
THE DARJEELING LIMITED (Wes Anderson, 2007)
TODESMARSCH DER BESTIEN (Joaquin Luis Romero Marchent, 1972)
NINJA TERMINATOR (Godfrey Ho, 1985)
THE MOTHER OF TEARS (Dario Argento, 2009)
BRENNPUNKT LAS VEGAS (Norbert Moutier, 1989)
MORD – SIR JOHN GREIFT EIN (Alfred Hitchcock, 1930)
ENDLICH SIND WIR REICH (Alfred Hitchcock, 1931)
MADAME BOVARY UND IHRE LIEBHABER (Vincente Minnelli, 1949)
NUMMER 17 (Alfred Hitchcock, 1931)
DER MANN, DER ZUVIEL WUSSTE (Alfred Hitchcock, 1934)
WARRIORS OF FIRE (Godfrey Ho, 1986)
DESERT HAWK (Isaac Florentine, 1992)
DAS FRAUENLAGER DER NINJA (Godfrey Ho, 1986)
ZWEI TROTTEL GEGEN GOLDFINGER (Giorgio Simonelli, 1965)
NINJA-JÄGER (Teddy Page, 1983)
NEXT (Lee Tamahori, 2007)
16 BLOCKS (Richard Donner, 2005)
CLASH OF THE NINJAS (Godfrey Ho, 1986)
TERROR FORCE KOMMANDO (Richard Harrison, 1986)
EIN MANN WIE SPRENGSTOFF (King Vidor, 1949)
MANHUNTER (Earl Owensby, 1974)
THE SECRET OF THE LOST EMPIRE (Godfrey Ho, 1985)
THE LAST WARRIOR – DER KÄMPFER EINER VERLORENEN WELT (David Worth, 1983)
GRAND PRIX (John Frankenheimer, 1966)
THE WRESTLER (Darren Aronofsky, 2008)
PROVINZ OHNE GESETZ (Mario Bianchi, 1977)
HIT THE DUTCHMAN (Menahem Golan, 1992)
THE GREEN HORNET (Michel Gondry, 2010)
GHOSTHOUSE (Umberto Lenzi, 1987)
DOMINO (Tony Scott, 2005)
CRAZY AIR FORCE (Bert Convy, 1986)
HANNIBAL BROOKS (Michael Winner, 1969)
ICH POLIER’ DIR DEINE GLATZE (Fernando di Leo, 1974)
WATCHMEN – DIE WÄCHTER (Zack Snyder, 2009)
AFRICA EXPRESS (Michele Lupo, 1975)
SAFARI EXPRESS (Duccio Tessari, 1976)
STADT DER ILLUSIONEN (Vincente Minnelli, 1952)
EINE DAME VERSCHWINDET (Alfred Hitchcock, 1938)
EIN GENERAL UND NOCH ZWEI TROTTEL (Luigi Scattini, 1965)
DER LANGE TAG DER RACHE spanische Schnittfassung (Florestano Vancini, 1967)
DER PIRAT VON SHANTUNG (Chang Cheh, 1972)
RIO GRANDE (John Ford, 1950)
EMPIRE OF THE NINJAS (Godfrey Ho, 1986)
BLOOD AND BONE (Ben Ramsey, 2009)
VORHANG AUF! (Vincente Minnelli, 1953)
DIAMOND NINJA FORCE (Godfrey Ho, 1986)
OHNE LIMIT (Neil Burger, 2011)
FASTER (George Tillman jr., 2010)
DER AUSLANDSKORRESPONDENT (Alfred Hitchcock, 1940)
EIN SELTSAMER TYP (Lucio Fulci, 1962)
DEJA VU – WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT (Tony Scott, 2006)
MR. UND MRS. SMITH (Alfred Hitchcock, 1941)
TERMINAL FORCE (Fred Olen Ray, 1988)
BIONIC NINJA (Godfrey Ho, 1988)
NINJA CONDOR (Godfrey Ho, 1987)
KILLER NINJAS (Godfrey Ho, 1986)
ZWEI TROTTEL IN DER FUSSBALL-LIGA (Mariano Laurenti, 1972)
THE FIREBASE (Brian Trenchard-Smith, 1988)
TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN (Catherine Hardwicke, 2008)
WARDOG (Björn Carlström, Daniel Hübenbecher, 1986)
BLITZ (Elliot Lester, 2011)
TOUGH AND DEADLY (Steve Cohen, 1995)
WHAT PRICE GLORY (John Ford, 1952)
WEM DIE SONNE LACHT (John Ford, 1953)
NEW YORK 1991 – NACHT OHNE GESETZ (Paul Donovan, Maura O’Connell, 1983)
MOGAMBO (John Ford, 1953)
DER DREH MIT DEM MILLIONENCOUP (Fernando di Leo, 1976)
Und hier eine Gesamtübersicht meiner gesehenen Filme 2011, inklusive der mir schon bekannt gewesenen:
DIE VERLORENEN 03.01.2011
ZWEI NASEN TANKEN SUPER 04.01.2011
RUSH 04.01.2011
FIREBACK – ICH WILL KEINE GNADE 04.01.2011
WALKING TALL – AUF EIGENE FAUST 05.01.2011
CYBORG 05.01.2011
MATRIX 06.01.2011
MIT STÄHLERNER FAUST 06.01.2011
DIE STRICKMÜTZE 06.01.2011
OPERATION: BROKEN ARROW 08.01.2011
MASTERS OF THE UNIVERSE 08.01.2011
AIRWOLF: FLUG NR.093 WIRD VERMISST 10.01.2011
THE DARJEELING LIMITED 10.01.2011
THE ROCK – FELS DER ENTSCHEIDUNG 11.01.2011
POSTAL Nacht zum 12.11.2011
PAT GARRETT & BILLY THE KID 12.01.2011
ACTION JACKSON 13.01.2011
TODESMARSCH DER BESTIEN 14.01.2011
SPIDER-MAN – DER SPINNENMENSCH 20.01.2011
SPIDER-MAN SCHLÄGT ZURÜCK 21.01.2011
NINJA TERMINATOR Nacht zum 22.01.2011
SPIDER-MAN GEGEN DEN GELBEN DRACHEN 24.01.2011
DAS A-TEAM (2010) 25.01.2011
MOVING TARGET 25.01.2011
COVER HARD 27.01.2011
DER SUPERFIGHTER 28.01.2011
MISSION IMPOSSIBLE III 29.01.2011
DOOM – DER FILM 29.01.2011
THE MOTHER OF TEARS 30.01.2011
BRENNPUNKT LAS VEGAS 30.01.2011
MEN OF WAR 31.01.2011
RENDEZVOUS MIT EINER LEICHE 01.02.2011
MIAMI VICE: CUBA LIBRE 03.02.2011
NINJA TERMINATOR 05.02.2011
BLACK PANTHER 07.02.2011
MORD – SIR JOHN GREIFT EIN 08.02.2011
ENDLICH SIND WIR REICH 09.02.2011
ZWEI SCHLITZOHREN IN DER KNOCHENMÜHLE 10.02.2011
KILLER NINJAS 10.02.2011
UNBREAKABLE – UNZERBRECHLICH 11.02.2011
NINJA HUNT Nacht zum 19.02.2011
MADAME BOVARY UND IHRE LIEBHABER 19.02.2011
MANIAC 19.02.2011
DER LETZTE KAMPF DER TODESKRALLE 21.02.2011
NUMMER 17 22.02.2011
MATRIX RELOADED 23.02.2011
SAW IV 23.02.2011
PLATTFUSS AM NIL 23.02.2011
KOMMANDO LEOPARDO 24.02.2011
DER GRÖSSTE SCHLAG DER TODESKRALLE Nacht zum 25.02.2011
DER TIGER HETZT SIE ALLE 25.02.2011
DIE KILLERMASCHINE 26.02.2011
JOE, DER GALGENVOGEL (Comedy-Fassung von DJANGO UND DIE BANDE DER GEHENKTEN) 01.03.2011
EXTERMINATOR II 02.03.2011
WOODOO BABY – INSEL DER LEIDENSCHAFT 03.03.2011
DAS SCHLITZOHR UND DER BULLE 05.03.2011
DER MANN, DER ZUVIEL WUSSTE (1934) 08.03.2011
TI LUNG – DER TÖDLICHE SCHATTEN DES MR. SHATTER 09.03.2011
WARRIORS OF FIRE 09.03.2011
DIE RACHE DES WEISSEN INDIANERS 10.03.2011
DEATH RACE 11.03.2011
EXTRALARGE: DER KLEINE MIT DER GROSSEN KLAPPE 12.03.2011 (angefangen)
DER HAMMER 12.03.2011
FIREBACK – ICH WILL KEINE GNADE 12.03.2011
EXTRALARGE: DER KLEINE MIT DER GROSSEN KLAPPE 13.03.2011 (beendet)
EXTRALARGE: DER KINDERMÖRDER 13.03.2011
EXTRALARGE: DIE FORMEL DES TODES 13.03.2011
EXTRALARGE: DER HERR DER SONNE 14.03.2011
ZWEI TROTTEL GEGEN DJANGO 15.03.2011
NINJA COMMANDMENTS 15.03.2011
DIE MACHT DER NINJA 16.03.2011
DESERT HAWK 17.03.2011
DAS FRAUENLAGER DER NINJA 19.03.2011
SKINNY TIGER & FATTY DRAGON 20.03.2011
ICH, DER RICHTER 21.03.2011
NINJA – THE PROTECTOR 22.03.2011
NINJA SHOWDOWN 22.03.2011
KINJITE – TÖDLICHES TABU 23.03.2011
ZWEI TROTTEL GEGEN GOLDFINGER 24.03.2011
ROCKY IV – DER KAMPF DES JAHRHUNDERTS 30.03.2011
MALONE 01.04.2011
KARATE TIGER VIII 02.04.2011
NINJA-JÄGER 02.04.2011
SUPERFIGHTER II 03.04.2011
DER BOMBER 03.04.2011
NEXT 04.04.2011
MACHETE 04.04.2011
16 BLOCKS 05.04.2011
CLASH OF THE NINJAS 05.04.2011
AEON FLUX – BLICKE DER ZUKUNFT INS AUGE 06.04.2011
KARATE WARRIOR 06.04.2011
WAR 08.04.2011
TERROR FORCE KOMMANDO 08.04.2011
EIN MANN WIE SPRENGSTOFF 10.04.2011
MIAMI VICE: EINE FRAGE DER EHRE 14.04.2011
WERWOLF: DIE VERRÜCKTE DAME 14.04.2011
MANHUNTER 15.04.2011
THE SECRET OF THE LOST EMPIRE Nacht zum 16.04.2011
ONG-BAK 16.04.2011
SMOKIN’ ACES II: ASSASSINS’ BALL 16.04.2011
DIE 12 GESCHWORENEN 17.04.2011
SCHNELLBOOTE VOR BATAAN 18.04.2011
DER GRENZWOLF 18.04.2011
DER SUPERTYP 18.04.2011
DIE 39 STUFEN 19.04.2011
DER UNBEZWINGBARE SUPER-CHAN 19.04.2011
ASSO Nacht zum 20.04.2011
BLACK HAWK DOWN 20.04.2011
DAS TURBOGEILE GUMMIBOOT 20.04.2011
MATRIX REVOLUTIONS 21.04.2011
DER BRUMMBÄR 22.04.2011
FAUSTRECHT DER PRÄRIE 23.04.2011
DER MANN OHNE GNADE 23.04.2011
FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR 24.04.2011
ZWEI TOLLE HUNDE IN HONGKONG 25.04.2011
DAS ULTIMATUM 26.04.2011
TOT & BEGRABEN 26.04.2011
BORN TO RAISE HELL – ZUM TÖTEN GEBOREN 27.04.2011
ROLLERBALL 30.04.2011
DER TOLLWÜTIGE 30.04.2011
FREEDOM STRIKE 02.05.2011
BLUTIGER SOMMER – DAS CAMP DES GRAUENS 03.05.2011
PANIK UM KING KONG 05.05.2011
HARD TO KILL 06.05.2011
THE LAST WARRIOR – DER KÄMPFER EINER VERLORENEN WELT 06.05.2011
GRAND PRIX 07.05.2011
NINJA – IN GEHEIMER MISSION 08.05.2011
MIAMI VICE: THERESA 09.05.2011
PIRATEN 10.05.2011
BINGO BONGO 11.05.2011
DER GEHEIMAGENT 12.05.2011
EINSATZKOMMANDO WILDGÄNSE 14.05.2011
DEATH WISH III – DER RÄCHER VON NEW YORK 14.05.2011
THE WRESTLER 16.05.2011
PROVINZ OHNE GESETZ 17.05.2011
HIT THE DUTCHMAN 19.05.2011
7 SEKUNDEN 21.05.2011
J & M – DYNAMIT IN DER SCHNAUZE 21.05.2011
DER SCHLITZER 22.05.2011
LEBENDIG GEFRESSEN 22.05.2011
KRIEG DER EISPIRATEN 23.05.2011
DIE MACHT DER NINJA II 24.05.2011
MIAMI VICE: IN LETZTER SEKUNDE 26.05.2011
IRON MAN II 27.05.2011
PIRANHA (2010) 27.05.2011
EIN MANN GEHT DURCH DIE HÖLLE – STRIKER II 28.05.2011
TAGE DES DONNERS – DAYS OF THUNDER 02.06.2011
THE GREEN HORNET 03.06.2011
DELTA FORCE II – THE COLOMBIAN CONNECTION 05.06.2011
TRICKS 06.06.2011
MIAMI VICE: GANZ OHR 07.06.2011
DEATH RACE II 09.06.2011
PREDATORS 10.06.2011
PRISON 10.06.2011
SPECIES II 11.06.2011
LOST BOYS: THE TRIBE 11.06.2011
SABOTAGE 12.06.2011
DIE 9 LEBEN DER NINJA 12.06.2011
JOHNNY HANDSOME – DER SCHÖNE JOHNNY 13.06.2011
GHOSTHOUSE 13.06.2011
MIAMI VICE: SPRENGSTOFF 14.06.2011
DOMINO 15.06.2011
KARATE WARRIOR II 16.06.2011
PHANTOM KOMMANDO 17.06.2011
CRAZY AIR FORCE 19.06.2011
HANNIBAL BROOKS 19.06.2011
DIE WILDGÄNSE KOMMEN 19.06.2011
DAMIEN – OMEN II 19.06.2011
KARATE WARRIOR III 21.06.2011
ICH POLIER’ DIR DEINE GLATZE 22.06.2011
KARATE TIGER II 28.06.2011
WATCHMEN – DIE WÄCHTER 07.07.2011
SAM WHISKEY 20.07.2011
JUDGEMENT NIGHT – ZUM TÖTEN VERURTEILT 22.07.2011
RUNNING MAN 22.07.2011
AFRICA EXPRESS 25.07.2011
MIAMI VICE: LADY LOVE 26.07.2011
AIRWOLF: GEHEIMMISSION LAOS 26.07.2011
MISSING IN ACTION 28.07.2011
SIE LEBEN 29.07.2011
SAFARI EXPRESS 29.07.2011
BEFEHL DES GEWISSENS 30.07.2011
GEFÄHRTEN DES TODES 30.07.2011
GLITZERNDER ASPHALT 30.07.2011
STADT DER ILLUSIONEN 31.07.2011
EINE DAME VERSCHWINDET 31.07.2011
KARATE WARRIOR IV 31.07.2011
SPECIES III 01.08.2011
DIE INSEL 03.08.2011
SAVATE – KAMPF OHNE GNADE 03.08.2011
RIFF-PIRATEN 04.08.2011
STIRB LANGSAM 05.08.2011
SO EIN PECHVOGEL 06.08.2011
MIAMI VICE: TEUFELSKREIS 06.08.2011
RAMBO 06.08.2011
DER SUPERCOP 08.08.2011
DER MAULWURF 10.08.2011
DAS GESETZ IST DER TOD 11.08.2011
MAXIMUM RISK 12.08.2011
TIGERMAN 12.08.2011
DOBERMANN 13.08.2011
TERMINATOR: DIE ERLÖSUNG 14.08.2011
HITMAN Nacht zum 15.08.2011
WESTLICH ST. LOUIS 15.08.2011
EIN GENERAL UND NOCH ZWEI TROTTEL 16.08.2011
DIE ROTE SCHLINGE 17.08.2011
DER LANGE TAG DER RACHE spanien 18.08.2011
KARATE WARRIOR V 20.08.2011
DER PIRAT VON SHANTUNG 20.08.2011
RIO GRANDE 22.08.2011
S.W.A.T. – DIE SPEZIALEINHEIT 23.08.2011
STARSHIP TROOPERS 24.08.2011
REBECCA 25.08.2011
BRADDOCK – MISSING IN ACTION III 26.08.2011
EMPIRE OF THE NINJAS 29.08.2011
MIAMI VICE: EIN MANN GEHT SEINEN WEG 31.08.2011
CITY WOLF 03.09.2011
HANGOVER 04.09.2011
HELDEN USA 05.09.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT – WAS ELTERN NICHT FÜR MÖGLICH HALTEN 07.09.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT II – WAS ELTERN DEN SCHLAF RAUBT 08.09.2011
BERLIN CALLING 10.09.2011
IN EINSAMER MISSION 10.09.2011
FUGITIVE MIND – DER WEG INS JENSEITS 12.09.2011
ZWEI AUSSER RAND UND BAND 14.09.2011
BLOOD AND BONE 15.09.2011
THE MECHANIC 15.09.2011
VORHANG AUF! 16.09.2011
UND WIEDER 48 STUNDEN 16.09.2011
EXTRALARGE: HEISSE DIAMANTEN 17.09.2011
EXTRALARGE: DIE RACHE DES GONZALES 17.09.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT III – WAS ELTERN NICHT MAL AHNEN 19.09.2011
DIAMOND NINJA FORCE 20.09.2011
OHNE LIMIT 21.09.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT IV – WAS ELTERN OFT VERZWEIFELN LÄSST 21.09.2011
HIPPIE NICO VON DER KRIPPO 22.09.2011
KEINE HALBEN SACHEN 23.09.2011
FASTER 23.09.2011
THE EXPENDABLES 24.09.2011
KARATE WARRIOR VI 25.09.2011
DER AUSLANDSKORRESPONDENT 26.09.2011
AMERICAN FIGHTER II – DER AUFTRAG 28.09.2011
EIN SELTSAMER TYP 28.09.2011
DEJA VU – WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT 29.09.2011
GAME OF DEATH 30.09.2011
MR. UND MRS. SMITH 01.10.2011
TRANSFORMERS – DIE RACHE 01.10.2011
DER SIEGER 04.10.2011
TERMINAL FORCE 04.10.2011
VERDACHT 05.10.2011
BIONIC NINJA 05.10.2011
NINJA CONDOR 06.10.2011
TANGO & CASH 07.10.2011
KILLER NINJAS 07.10.2011
LASST UNS TÖTEN, COMPAÑEROS! 08.10.2011
NINJA-JÄGER Nacht zum 08.10.
SABOTEURE 09.10.2011
ZWEI TROTTEL IN DER FUSSBALL-LIGA 09.10.2011
EIN MANN SIEHT ROT 10.10.2011
MIAMI VICE: SHOWBUSINESS 11.10.2011
MIAMI VICE: HELDEN DER REVOLUTION 12.10.2011
KUNG FU: CAINE UND DIE SEKTIERER 13.10.2011
BLUTHUNDE VOM TEUFEL ZERRISSEN 14.10.2011
AUGE UM AUGE 17.10.2011
DEATH WISH III – DER RÄCHER VON NEW YORK 20.10.2011
VICTOR/VICTORIA 23.10.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT V – WAS ELTERN WIRKLICH WISSEN SOLLTEN 24.10.2011
NINJA KILL 24.10.2011
UNIVERSAL SOLDIER II 25.10.2011
THE FIREBASE 26.10.2011
KAKTUS-JACK 26.10.2011
SAW V 27.10.2011
ROAD HOUSE 28.10.2011
TWILIGHT 31.10.2011
MISERY 05.11.2011
007 JAGT DR. NO 05.11.2011
DAS WEISSE IM AUGE – DEATH WISH IV
FIREFLASH – DER TAG NACH DEM ENDE 07.11.2011
WARDOG 08.11.2011
A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010) 08.11.2011
BLITZ 09.11.2011
TOUGH AND DEADLY 11.11.2011
DIE FALLE DES GELBEN DRACHEN 12.11.2011
BLACK MOON 12.11.2011
CHINA O’BRIEN 12.11.2011
DIE CHORKNABEN 14.11.2011
THOMAS CROWN IST NICHT ZU FASSEN 16.11.2011
WHAT PRICE GLORY 17.11.2011
NEW WORLD DISORDER – DAS KILLERPROGRAMM 18.11.2011
DIE VERGELTER 22.11.2011
EIN MANN WIE DYNAMIT 23.11.2011
THE RUSSIAN NINJA 25.11.2011
WANG YU – HÄRTER ALS GRANIT Nacht zum 26.11.2011
DER MANN VON HONGKONG 26.11.2011
DIE GEBURT EINER NATION 27.11.2011
DIE BARBAREN 03.12.2011
GIB’DEM AFFEN ZUCKER 03.12.2011
KÖNIGREICH DER HIMMEL 04.12.2011
THE TRAVELER – NOBODY WILL SURVIVE 04.12.2011
ABSCHIED VON DER TODESKRALLE 06.12.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT VI – WAS ELTERN GERN VERTUSCHEN MÖCHTEN 09.12.2011
BRUCE LEE – DER UNBESIEGTE 10.12.2011
DIE RÜCKKEHR DER REITENDEN LEICHEN 10.12.2011
NACHTFALKEN 17.12.2011
DER NINJA Nacht zum 18.12.2011
THE ULTIMATE FIGHTING CHAMPIONSHIP II Nacht zum 18.12.2011
KESSE BIENEN AUF DER MATTE 18.12.2011
STEPFATHER II 18.12.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT VII – DOCH DAS HERZ MUSS DABEI SEIN 18.12.2011
NINJA – THE PROTECTOR 18.12.2011
S.W.A.T.: FIREFIGHT 19.12.2011
DAS TODESSCHWERT DER NINJA 20.12.2011
THOR (2011) 21.12.2011
IM SCHATTEN DES ZWEIFELS 22.12.2011
WEM DIE SONNE LACHT 22.12.2011
NEW YORK 1991 – NACHT OHNE GESETZ 22.12.2011
MOGAMBO 23.12.2011
SPACECOP L.A. 1991 23.12.2011
THE RIFFS – DIE GEWALT SIND WIR Nacht zum 24.12.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT VIII – WAS ELTERN NIE ERFAHREN DÜRFEN 24.12.2011
AUF DEM HIGHWAY IST DIE HÖLLE LOS 24.12.2011
CAPTAIN AMERICA: THE FIRDT AVENGER 25.12.2011
SPECIES IV – DAS ERWACHEN 25.12.2011
JUNGLEGROUND 25.12.2011
MIT LEIB UND SEELE 26.12.2011
THE RIFFS II – FLUCHT AUS DER BRONX 26.12.2011
SILVERADO 27.12.2011
SCHULMÄDCHEN-REPORT IX – REIFEPRÜFUNG VOR DEM ABITUR 27.12.2011
CLASH OF THE NINJAS 27.12.2011
EIN MANN WIE HIOB 28.12.2011
DER DREH MIT DEM MILLIONENCOUP 28.12.2011
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Minnelli-Reihe: Abrechnungen und Nostalgie
Natürlich sind wir auch mit unseren Meister-Regisseuren voran gekommen. Da es mich aber geistig überfordert wirklich jeden dieser Filme zu besprechen, bündele ich die Regisseure kurzerhand. Als erstes ist Vincente Minnelli dran, von dem wir in letzter Zeit nur zwei Filme gesehen haben.
Strukturell ließe sich der Film wie eine Mischung aus CITIZEN KANE und ALLES ÜBER EVA beschreiben. Die zentrale Figur, der skrupellose Filmproduzent Jonathan Shields, entsteht für den Zuschauer nur aus den Erinnerungen eines Regisseurs, einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors und statt im Theatermilieu befinden wir uns mitten in Hollywood. Minnelli gibt der mittleren Episode - der Erinnerung der Schauspielerin, natürlich - den größten erzählerischen Raum und so wunderbar ich die knapp zwei Stunden auch fand, so blieb nicht viel übrig. Es wäre hart, würde ich behaupten der Film wirke seicht und nicht bissig genug, aber man merkt, dass Minnelli eigentlich doch niemandem weh tun möchte. Er möchte niemanden demontieren - Vorbild für Jonathan Shields war angeblich David O. Selznick - sondern darauf verweisen, dass Himmel und Hölle, Ruhm und Bedeutungslosigkeit, Embleme auf ein und derselben Medaille sind. Wer sich mit dem Teufel einlässt, der muss auch nach seinen Regeln spielen. Und auch wenn unsere Drei den Produzenten hassen, so lieben sie ihn auch, wie Minnelli durch die letzte Einstellung deutlich macht. Ein meisterhaftes, klassisches Hollywoodmelodram, aber knapp am Olymp vorbei.
Mit seinem nächsten Film begibt Minnelli sich wieder in die Welt des Musicals, die so völlig eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt. Die Handlung siedelt er im Broadway-Milieu an und baut damit gleich mehrere sich überschneidende Ebenen auf. Fred Astaire spielt einen ehemaligen Broadway-Star, der in Hollywood sein Glück gemacht hat, aber nun seine besten Tage hinter sich hat und wieder nach New York zurückkehrt. Tatsächlich spielt Astaire sich selbst - zweimal wird sogar auf ihn verwiesen als ein großer Star, welcher die von Fred Astaire gespielte Figur eben nicht mehr sei - und er muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Die Musicalwelt der 1930er gibt es nicht mehr und der verbindende Schritt ist absolut sinnfällig. Das Musical hat es zu einer eigenständigen Form gebracht, aber es verfügt nicht über die Bedeutungsschwere der höheren Künste. Die höheren Künste, so wie sie der Produzent des Stückes im Film wünscht, lassen sich nicht einfach in Form eines Musicals ausdrücken. Das würde beide Formen sogar zerstören, wie Minnelli am Scheitern des Musicalstücks als Shakespeare-Drama deutlich macht. Ein Musical kann Kunst oder kunstvolle Unterhaltung sein, wenn man die Künste sich ergänzen lässt. Und so kommt eine Primaballerina ins Spiel. Der Tanz des klassischen Balletts im Musical, das Musical mit dem Selbstbewusstsein, eigene Geschichten zu erzählen. In kurzen Momenten, durch kollektive Mythen, moderne wie altertümliche, durch den selbstgeschaffenen Kosmos. Das Ganze wird zu einem Rausch, der einige der mit Abstand wunderbarsten Musicalnummern der Filmgeschichte beinhaltet. Leider stolpert Minnelli bei der Einbindung in die Spielhandlung. Die wirkt im Verlauf immer statischer und die Übergänge aus Traum und Realität gelingen hier, bis auf das Finale, nicht so fließend wie bei YOLANDA UND DER DIEB, DER PIRAT oder EIN AMERIKANER IN PARIS. Den Glanz dieses Werkes kann das allerdings nicht trüben.
Strukturell ließe sich der Film wie eine Mischung aus CITIZEN KANE und ALLES ÜBER EVA beschreiben. Die zentrale Figur, der skrupellose Filmproduzent Jonathan Shields, entsteht für den Zuschauer nur aus den Erinnerungen eines Regisseurs, einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors und statt im Theatermilieu befinden wir uns mitten in Hollywood. Minnelli gibt der mittleren Episode - der Erinnerung der Schauspielerin, natürlich - den größten erzählerischen Raum und so wunderbar ich die knapp zwei Stunden auch fand, so blieb nicht viel übrig. Es wäre hart, würde ich behaupten der Film wirke seicht und nicht bissig genug, aber man merkt, dass Minnelli eigentlich doch niemandem weh tun möchte. Er möchte niemanden demontieren - Vorbild für Jonathan Shields war angeblich David O. Selznick - sondern darauf verweisen, dass Himmel und Hölle, Ruhm und Bedeutungslosigkeit, Embleme auf ein und derselben Medaille sind. Wer sich mit dem Teufel einlässt, der muss auch nach seinen Regeln spielen. Und auch wenn unsere Drei den Produzenten hassen, so lieben sie ihn auch, wie Minnelli durch die letzte Einstellung deutlich macht. Ein meisterhaftes, klassisches Hollywoodmelodram, aber knapp am Olymp vorbei.
Mit seinem nächsten Film begibt Minnelli sich wieder in die Welt des Musicals, die so völlig eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt. Die Handlung siedelt er im Broadway-Milieu an und baut damit gleich mehrere sich überschneidende Ebenen auf. Fred Astaire spielt einen ehemaligen Broadway-Star, der in Hollywood sein Glück gemacht hat, aber nun seine besten Tage hinter sich hat und wieder nach New York zurückkehrt. Tatsächlich spielt Astaire sich selbst - zweimal wird sogar auf ihn verwiesen als ein großer Star, welcher die von Fred Astaire gespielte Figur eben nicht mehr sei - und er muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Die Musicalwelt der 1930er gibt es nicht mehr und der verbindende Schritt ist absolut sinnfällig. Das Musical hat es zu einer eigenständigen Form gebracht, aber es verfügt nicht über die Bedeutungsschwere der höheren Künste. Die höheren Künste, so wie sie der Produzent des Stückes im Film wünscht, lassen sich nicht einfach in Form eines Musicals ausdrücken. Das würde beide Formen sogar zerstören, wie Minnelli am Scheitern des Musicalstücks als Shakespeare-Drama deutlich macht. Ein Musical kann Kunst oder kunstvolle Unterhaltung sein, wenn man die Künste sich ergänzen lässt. Und so kommt eine Primaballerina ins Spiel. Der Tanz des klassischen Balletts im Musical, das Musical mit dem Selbstbewusstsein, eigene Geschichten zu erzählen. In kurzen Momenten, durch kollektive Mythen, moderne wie altertümliche, durch den selbstgeschaffenen Kosmos. Das Ganze wird zu einem Rausch, der einige der mit Abstand wunderbarsten Musicalnummern der Filmgeschichte beinhaltet. Leider stolpert Minnelli bei der Einbindung in die Spielhandlung. Die wirkt im Verlauf immer statischer und die Übergänge aus Traum und Realität gelingen hier, bis auf das Finale, nicht so fließend wie bei YOLANDA UND DER DIEB, DER PIRAT oder EIN AMERIKANER IN PARIS. Den Glanz dieses Werkes kann das allerdings nicht trüben.
Freitag, 30. September 2011
Kuhurzeinträge Teil 2
Es geht weiter:
DER MAULWURF
(ESPION, LÈVE-TOI)
Frankreich / Schweiz 1981
Regie: Yves Boisset
Yves Boisset, der ewige Querulant, lässt es sich nicht nehmen ein weiteres Mal die Prinzipien ziviler Gesellschaften aufs Korn zu nehmen und zu desavouieren. Zur Dekonstruktion reicht es leider nicht ganz. Dafür sind zu viele Pfade in diesem Agentenstück verschlungen und vernebelt.
DAS GESETZ IST DER TOD
(MESSENGERS OF DEATH)
USA 1988
Regie: John Lee Thompson
Charles Bronson einmal ohne Waffe in der Hand. Stattdessen mit Diktiergerät und Laptop. Ansonsten wird der interessanten Story über religiösen Fundamentalismus unter den Mormonen nicht viel abgewonnen. Thompson erkrankte während der Dreharbeiten und musste ersetzt werden, was an der Inszenierung der Dialoge bzw. der Kameraarbeit während der selbigen gut zu erkennen ist.
MAXIMUM RISK
(MAXIMUM RISK)
USA 1996
Regie: Ringo Lam
Gefiel mir jetzt mal wirklich gut. Van Damme muss wieder eine Doppelrolle spielen, was schön auf seinen Narzissmus verweist. So etwas zu spielen erfordert normalerweise bestimmte schauspielerische Grundfertigkeiten, weshalb auch viele, die es versucht haben, daran gescheitert sind, aber Monsieur van Damme hat bereits dreimal sich und sich selbst in einem Film gegeben, wenn man JCVD dazu zählt sogar viermal. Ringo Lam inszeniert übrigens mit dynamisierenden Detailshots, was normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit ist. Hier war der Einfluss Hongkongs auf Actioninszenierung noch zu was nütze.
TIGERMAN
(THE FINAL ALLIANCE)
USA / Südafrika 1988
Regie: Mario DiLeo
David Hasselhoff wollte in den 1980er auch nicht zurückstehen und gibt den knallharten Einzelgänger, der mit seinem Puma (die Jungs vom deutschen Verleih waren also mal wieder voll auf Zack) auf die Farm seiner Eltern zurückkehrt, welche damals mitsamt seiner kleinen Schwester von bösen Bikern massakriert wurden. Devise: Alle umlegen!
DOBERMANN
(DOBERMANN)
Frankreich 1997
Regie: Jan Kounen
Hui, das war ganz spaßig. Hatte ich seit 12 Jahren nicht mehr gesehen. Flottes Filmchen, wohl eine Art Initialzündung für die sich in Frankreich im "Gewaltkino" weiter abspielenden Entwicklungen.
TERMINATOR: DIE ERLÖSUNG
(TERMINATOR: SALVATION)
USA 2009
Regie: McG
Und ein weiterer popkultureller Meilenstein, der zum Grabstein wird. Diese Materialschlacht macht so ziemlich alles falsch, was sie nur falsch machen kann. Sie langweilt! Dann schon lieber TRANSFORMERS X - DIE FUMMELTRINEN VOM SHERWOOD BLECHBERG.
HITMAN
(THE HITMAN)
USA 1991
Regie: Aaron Norris
YES!!!. Stockbesoffen in der Nacht gesehen und Tötungslust danach. So erreicht man intrinsische Erlebnisse.
EIN GENERAL UND NOCH ZWEI TROTTEL
(DUE MARINES E UN GENERALE)
Italien 1966
Regie: Luigi Scattini
Buster Keaton spielt hier nicht nur seine letzte Rolle, der Film ist ein einziger Tribut an seine Komik. Da stören auch Italiens erfolgreichste Komiker der Filmgeschichte Franco & Ciccio nicht weiter.
DIE ROTE SCHLINGE
(THE BIG STEAL)
USA 1949
Regie: Don Siegel
Früher Don Siegel, der bereits einiges vom neuen Realismus des modernen Kinos vorwegnimmt, aber immer noch in den Grenzen des film noir gefangen ist. Mutig Robert Mitchum wie einen Vollidioten zu inszenieren.
DER LANGE TAG DER RACHE
(I LUNGHI GIORNI DELLA VENDETTA)
Italien / Spanien / Frankreich 1966
Regie: Florestano Vancini
Die spanische Version des Giuliano-Gemma-Westerns. Dadurch wesentlich elliptischer, düsterer, humorloser und härter als die italienische Fassung.
KARATE WARRIOR V
(IL RAGAZZO DAL KIMONO D'ORO V)
Italien 1992
Regie: Fabrizio de Angelis
Wir tanzten und wir schrien,
ein Film wie es uns schien,
doch rieb man sich die Äugelein,
und machte ein Verbeugelein,
gar so wie Mr. Bean.
DER PIRAT VON SHANTUNG
(MA YONG ZHEN)
Hongkong 1972
Regie: Chang Cheh
Chang Ches Abkehr vom Swordsfilm und Hinwendung zu bodenständiger Martial Arts, ohne auf die Stilisierung der Gewalt zu verzichten und sie doch erfahrbarer zu machen, als in seinen vorherigen Werken. SCARFACE als Eastern. Ausufernd, transgressiv, transzendental.
S.W.A.T. - DIE SPEZIALEINHEIT
(S.W.A.T.)
USA 2003
Regie: Clark Johnson
Was für ein lahmer Kram. Man merkt, dass die 90er noch nicht lange zurücklagen.
STARSHIP TROOPERS
(STARSHIP TROOPERS)
USA 1997
Regie: Paul Verhoeven
Zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder gesehen. Brillant!
BRADDOCK - MISSING IN ACTION III
(BRADDOCK - MISSING IN ACTION III)
USA 1987
Regie: Aaron Norris
Einer bestechenden Exposition folgt das Übliche. Aber das mit Schmackes. Hinzukommend das häufig unterschlagene Tabuthema der Amerasians.
EMPIRE OF THE NINJAS
(EMPIRE OF THE NINJAS)
Hongkong 1986
Regie: Godfrey Ho
Nach langer Zeit - also fast zwei Monaten - mal wieder ein Ninja-Flick. Hier können sich die Ninjas sogar in Goldfische verwandeln. Jeder hat dann auch die Farbe seines Kampfanzugs.
MIAMI VICE: EIN MANN GEHT SEINEN WEG
(MIAMI VICE: VIKING BIKERS FROM HELL)
USA 1987
Regie: James Quinn
Nietzeanischer Übermensch trifft auf leere Polizistenhüllen. Experimentelle Folge.
CITY WOLF
(YING HUNG BOON SIK)
Hongkong 1985
Regie: John Woo
Zu oft gesehen und wie der Junkie warte ich immer wieder auf das Gefühl vom ersten Fix.
HELDEN USA
(DEATH BEFORE DISHONOR)
USA 1986
Regie: Terry Leonard
Aus der Rubrik: Genauso so, dass man denkt, solche Filme hat's doch tatsächlich gar nicht gegeben.
BERLIN CALLING
Deutschland 2010
Regie: Hannes Stöhr
Mein erster Film, den ich der DÖS-Reihe zuordnen kann. Vielleicht kommt noch mal ein längerer Eintrag, aber so bleibt erst mal zu sagen: Es war dann doch nicht so furchtbar wie erwartet. Der Film macht viele Fässer auf, kann sie dann aber kaum deckeln. Ein typisches Beispiel für eine verzärtelte Generation, die schon einen Nervenzusammenbruch bekommt, wenn sich das Brot im Toaster verklemmt hat. Hysterisch, neurotisch und von nix ne Ahnung. Dazu noch klischeeüberladen bis zum geht nicht mehr. Ne Jungs, dafür war ich einfach zu lange in der Szene bzw. bin es ja noch, als dass ich mich davon angesprochen fühlen könnte. Von der Darstellung seiner Figurenstereotype her knapp unter SCHULMÄDCHEN-REPORT.
IN EINSAMER MISSION
(STRATEGIC COMMAND)
USA 1997
Regie: Rick Jacobson
Die Royal-Oaks-Filmschmiede beendet die Karriere ihres letzten Zugpferdes Michael Dudikoff.
FUGITIVE MIND - DER WEG INS JENSEITS
(FUGITIVE MIND)
USA 1999
Regie: Fred Olen Ray
Wieder Royal Oaks und diesmal sogar noch von Fred Olen Ray. Nichts, nichts... nihihi nichts, aber auch gar nichts, was dieser Film zu bieten hatte. Das muss man auch erst mal hinkriegen.
ZWEI AUSSER RAND UND BAND
(I DUE SUPERPIEDI QUASI PIATTI)
Italien 1976
Regie: Enzo Barboni
Der erste Rundumschlag in den USA. Der eine wird von rechts auf einem Gabelstapler ins Bild gefahren, der andere flieht von links gerade von der Handelsmarine. Über die Repetition werden die Figuren zusammengebracht: Sie demolieren kurz hintereinander, voneinander unabhängig, die Autos der Gangster, mit denen sie aus völlig frei flottierenden Dramaturgiegründen noch einmal zusammenfinden werden. So erzählt Barboni fast zwei Stunden lang nichts Nacherzählbares. Ein Geschenk von einem Film.
BLOOD AND BONE
(BLOOD AND BONE)
USA 2009
Regie: Ben Ramsey
Wauzi! Das ist der beste B-Film-Klopper, den ich in diesem Jahr bei einer Erstsichtung gesehen habe. Geiles No-Compromise-Teil! Geiler Hauptdarsteller!
THE MECHANIC
(THE MECHANIC)
USA 2011
Regie: Simon West
Ich hatte nicht viel erwartet von diesem Remake eines Michael-Winner-Films und wurde trotzdem noch enttäuscht. Simon West bekommt einfach keinen anständigen Film zustande. Nie, nie und niemals nicht. Dass ausgerechnet dieser Totalausfall die Regie bei THE EXPENDABLES II übernehmen soll, schmerzt sehr.
UND WIEDER 48 STUNDEN
(ANOTHER 48 HRS.)
USA 1989
Regie: Walter Hill
Es wurde häufig bemängelt, dass dieser Film im Grunde nur eine Kopie des Originals wäre. Scheiß drauf. Wenn man einen Film eines der letzten großen amerikanischen Regisseure unserer Zeit sieht, ist das immer ein Fest.
DIAMOND NINJA FORCE
(DIAMON NINJA FORCE)
Hongkong 1986
Regie: Godfrey Ho
Diesmal hat Godfrey Ho einen, vermutlich taiwanesischen, Plagiatfilm zu Hoopers POLTERGEIST mit den üblichen Gweilo-Kampfszenen verbunden. Die verschiedenen Stadien der jeweiligen Produktionsjahre des Richard-Harrison-Materials lassen sich an dessen Bart und Haaren ablesen. Es ist erkennbar, dass Ho hier wirklich alles verwendet hat, was noch da war.
OHNE LIMIT
(LIMITLESS)
USA 2010
Regie: Neil Burger
Interessant, wie das Klischee vom unbesiegbaren Supertypen dem Kinopublikum heutzutage schmackhaft gemacht wird. Ansonsten eine der besseren Major-Produktionen der letzten Kinojahre. Nette visuelle Einfälle, ein charismatischer Hauptdarsteller und die wohl heutzutage obligatorische Erzählklammer runden einen flotten Thriller ab, der die Komplexität seiner Geschichte freilich zu keinem Zeitpunkt ausleuchtet und etwas sehr dem faschistoiden Gewinnertypprinzip anhängt.
HIPPIE NICO VON DER KRIPPO
(SQUADRA ANTIFURTO)
Italien 1976
Regie: Bruno Corbucci
Hier ein "Supertyp" diametral zu Bradley Cooper, der mehr auf meiner Wellenlänge ist. Tomas Milian ist der Stinkefinger im Arsch der Gesellschaft.
KEIN HALBEN SACHEN
(THE WHOLE NINE YARDS)
USA 1999
Regie: Jonatahn Lynn
Altbackene Komödie, die manchmal den ein oder anderen netten Gag raushaut. Ansonsten in ihrer Sterilität etwas schwer ertragbar.
FASTER
(FASTER)
USA 2010
Regie: George Tillman jr.
Zweitsichtung notwendig. Ansonsten etwas zu überkomplizierter Actionfilm oder zu gewaltvernarrtes Rachedrama.
THE EXPENDABLES
(THE EXPENDABLES)
USA 2010
Regie: Sylvester Stallone
Hat mir ganz genau noch mal so gut gefallen. Ein flickiger Flic, wie Flickwerk.
KARATE WARRIOR VI
(IL RAGAZZO DAL KIMONO D'ORO VI)
Italien 1993
Regie: Fabrizio de Angelis
Kann mit BRENNPUNKT LAS VEGAS und PROVINZ OHNE GESETZ auf den Thron der größten filmischen Katastrophen, die wir in diesem Jahr gesehen haben.
AMERICAN FIGHTER II - DER AUFTRAG
(AMERICAN NINJA II - THE CONFRONTATION)
USA 1987
Regie: Sam Firstenberg
Wir hatten so sehr einen im Kahn, dass wir ihn mehr als Chimäre wahrgenommen haben.
EIN SELTSAMER TYP
(UNO STRANO TIPO)
Italien 1962
Regie: Lucio Fulci
Frühe Komödie von Lucio Fulci mit einem noch sehr jungen Adriano Celentano in der Hauptrolle. So herrlich überdreht italienisch, dass man erst mal 5 Espresso kippen muss, um auf dem Level des Filmes zu sein.
DÉJÀ VU - WETTLAUF MIT DER ZEIT
(DEJA VU)
USA / Grossbritannien 2006
Regie: Tony Scott
Ein fähiger Regisseur hätte aus dieser Story einiges rausholen können. Interessant, wie auch hier wieder die Figur des Durchblickertypen als einziger noch die Fahne im "Einer gegen alle"-Konzept hochhalten darf. Seit DIE BOURNE-IDENTITÄT werden wir im Action-/Männerkino wirklich zugeschissen mit solchen Durchblickertypen. Die Antwort auf das gefühlte Chaos der Überkomplexität der Welt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert im Zuge eines deduktiven Positivismus hat das Sherlock Holmes hervorgebracht. Heute jede Menge Kleinbürger, die man im realen Leben nur als Klugscheißer wahrnehmen würde. Jedem das seine.
DER MAULWURF
(ESPION, LÈVE-TOI)
Frankreich / Schweiz 1981
Regie: Yves Boisset
Yves Boisset, der ewige Querulant, lässt es sich nicht nehmen ein weiteres Mal die Prinzipien ziviler Gesellschaften aufs Korn zu nehmen und zu desavouieren. Zur Dekonstruktion reicht es leider nicht ganz. Dafür sind zu viele Pfade in diesem Agentenstück verschlungen und vernebelt.
DAS GESETZ IST DER TOD
(MESSENGERS OF DEATH)
USA 1988
Regie: John Lee Thompson
Charles Bronson einmal ohne Waffe in der Hand. Stattdessen mit Diktiergerät und Laptop. Ansonsten wird der interessanten Story über religiösen Fundamentalismus unter den Mormonen nicht viel abgewonnen. Thompson erkrankte während der Dreharbeiten und musste ersetzt werden, was an der Inszenierung der Dialoge bzw. der Kameraarbeit während der selbigen gut zu erkennen ist.
MAXIMUM RISK
(MAXIMUM RISK)
USA 1996
Regie: Ringo Lam
Gefiel mir jetzt mal wirklich gut. Van Damme muss wieder eine Doppelrolle spielen, was schön auf seinen Narzissmus verweist. So etwas zu spielen erfordert normalerweise bestimmte schauspielerische Grundfertigkeiten, weshalb auch viele, die es versucht haben, daran gescheitert sind, aber Monsieur van Damme hat bereits dreimal sich und sich selbst in einem Film gegeben, wenn man JCVD dazu zählt sogar viermal. Ringo Lam inszeniert übrigens mit dynamisierenden Detailshots, was normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit ist. Hier war der Einfluss Hongkongs auf Actioninszenierung noch zu was nütze.
TIGERMAN
(THE FINAL ALLIANCE)
USA / Südafrika 1988
Regie: Mario DiLeo
David Hasselhoff wollte in den 1980er auch nicht zurückstehen und gibt den knallharten Einzelgänger, der mit seinem Puma (die Jungs vom deutschen Verleih waren also mal wieder voll auf Zack) auf die Farm seiner Eltern zurückkehrt, welche damals mitsamt seiner kleinen Schwester von bösen Bikern massakriert wurden. Devise: Alle umlegen!
DOBERMANN
(DOBERMANN)
Frankreich 1997
Regie: Jan Kounen
Hui, das war ganz spaßig. Hatte ich seit 12 Jahren nicht mehr gesehen. Flottes Filmchen, wohl eine Art Initialzündung für die sich in Frankreich im "Gewaltkino" weiter abspielenden Entwicklungen.
TERMINATOR: DIE ERLÖSUNG
(TERMINATOR: SALVATION)
USA 2009
Regie: McG
Und ein weiterer popkultureller Meilenstein, der zum Grabstein wird. Diese Materialschlacht macht so ziemlich alles falsch, was sie nur falsch machen kann. Sie langweilt! Dann schon lieber TRANSFORMERS X - DIE FUMMELTRINEN VOM SHERWOOD BLECHBERG.
HITMAN
(THE HITMAN)
USA 1991
Regie: Aaron Norris
YES!!!. Stockbesoffen in der Nacht gesehen und Tötungslust danach. So erreicht man intrinsische Erlebnisse.
EIN GENERAL UND NOCH ZWEI TROTTEL
(DUE MARINES E UN GENERALE)
Italien 1966
Regie: Luigi Scattini
Buster Keaton spielt hier nicht nur seine letzte Rolle, der Film ist ein einziger Tribut an seine Komik. Da stören auch Italiens erfolgreichste Komiker der Filmgeschichte Franco & Ciccio nicht weiter.
DIE ROTE SCHLINGE
(THE BIG STEAL)
USA 1949
Regie: Don Siegel
Früher Don Siegel, der bereits einiges vom neuen Realismus des modernen Kinos vorwegnimmt, aber immer noch in den Grenzen des film noir gefangen ist. Mutig Robert Mitchum wie einen Vollidioten zu inszenieren.
DER LANGE TAG DER RACHE
(I LUNGHI GIORNI DELLA VENDETTA)
Italien / Spanien / Frankreich 1966
Regie: Florestano Vancini
Die spanische Version des Giuliano-Gemma-Westerns. Dadurch wesentlich elliptischer, düsterer, humorloser und härter als die italienische Fassung.
KARATE WARRIOR V
(IL RAGAZZO DAL KIMONO D'ORO V)
Italien 1992
Regie: Fabrizio de Angelis
Wir tanzten und wir schrien,
ein Film wie es uns schien,
doch rieb man sich die Äugelein,
und machte ein Verbeugelein,
gar so wie Mr. Bean.
DER PIRAT VON SHANTUNG
(MA YONG ZHEN)
Hongkong 1972
Regie: Chang Cheh
Chang Ches Abkehr vom Swordsfilm und Hinwendung zu bodenständiger Martial Arts, ohne auf die Stilisierung der Gewalt zu verzichten und sie doch erfahrbarer zu machen, als in seinen vorherigen Werken. SCARFACE als Eastern. Ausufernd, transgressiv, transzendental.
S.W.A.T. - DIE SPEZIALEINHEIT
(S.W.A.T.)
USA 2003
Regie: Clark Johnson
Was für ein lahmer Kram. Man merkt, dass die 90er noch nicht lange zurücklagen.
STARSHIP TROOPERS
(STARSHIP TROOPERS)
USA 1997
Regie: Paul Verhoeven
Zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder gesehen. Brillant!
BRADDOCK - MISSING IN ACTION III
(BRADDOCK - MISSING IN ACTION III)
USA 1987
Regie: Aaron Norris
Einer bestechenden Exposition folgt das Übliche. Aber das mit Schmackes. Hinzukommend das häufig unterschlagene Tabuthema der Amerasians.
EMPIRE OF THE NINJAS
(EMPIRE OF THE NINJAS)
Hongkong 1986
Regie: Godfrey Ho
Nach langer Zeit - also fast zwei Monaten - mal wieder ein Ninja-Flick. Hier können sich die Ninjas sogar in Goldfische verwandeln. Jeder hat dann auch die Farbe seines Kampfanzugs.
MIAMI VICE: EIN MANN GEHT SEINEN WEG
(MIAMI VICE: VIKING BIKERS FROM HELL)
USA 1987
Regie: James Quinn
Nietzeanischer Übermensch trifft auf leere Polizistenhüllen. Experimentelle Folge.
CITY WOLF
(YING HUNG BOON SIK)
Hongkong 1985
Regie: John Woo
Zu oft gesehen und wie der Junkie warte ich immer wieder auf das Gefühl vom ersten Fix.
HELDEN USA
(DEATH BEFORE DISHONOR)
USA 1986
Regie: Terry Leonard
Aus der Rubrik: Genauso so, dass man denkt, solche Filme hat's doch tatsächlich gar nicht gegeben.
BERLIN CALLING
Deutschland 2010
Regie: Hannes Stöhr
Mein erster Film, den ich der DÖS-Reihe zuordnen kann. Vielleicht kommt noch mal ein längerer Eintrag, aber so bleibt erst mal zu sagen: Es war dann doch nicht so furchtbar wie erwartet. Der Film macht viele Fässer auf, kann sie dann aber kaum deckeln. Ein typisches Beispiel für eine verzärtelte Generation, die schon einen Nervenzusammenbruch bekommt, wenn sich das Brot im Toaster verklemmt hat. Hysterisch, neurotisch und von nix ne Ahnung. Dazu noch klischeeüberladen bis zum geht nicht mehr. Ne Jungs, dafür war ich einfach zu lange in der Szene bzw. bin es ja noch, als dass ich mich davon angesprochen fühlen könnte. Von der Darstellung seiner Figurenstereotype her knapp unter SCHULMÄDCHEN-REPORT.
IN EINSAMER MISSION
(STRATEGIC COMMAND)
USA 1997
Regie: Rick Jacobson
Die Royal-Oaks-Filmschmiede beendet die Karriere ihres letzten Zugpferdes Michael Dudikoff.
FUGITIVE MIND - DER WEG INS JENSEITS
(FUGITIVE MIND)
USA 1999
Regie: Fred Olen Ray
Wieder Royal Oaks und diesmal sogar noch von Fred Olen Ray. Nichts, nichts... nihihi nichts, aber auch gar nichts, was dieser Film zu bieten hatte. Das muss man auch erst mal hinkriegen.
ZWEI AUSSER RAND UND BAND
(I DUE SUPERPIEDI QUASI PIATTI)
Italien 1976
Regie: Enzo Barboni
Der erste Rundumschlag in den USA. Der eine wird von rechts auf einem Gabelstapler ins Bild gefahren, der andere flieht von links gerade von der Handelsmarine. Über die Repetition werden die Figuren zusammengebracht: Sie demolieren kurz hintereinander, voneinander unabhängig, die Autos der Gangster, mit denen sie aus völlig frei flottierenden Dramaturgiegründen noch einmal zusammenfinden werden. So erzählt Barboni fast zwei Stunden lang nichts Nacherzählbares. Ein Geschenk von einem Film.
BLOOD AND BONE
(BLOOD AND BONE)
USA 2009
Regie: Ben Ramsey
Wauzi! Das ist der beste B-Film-Klopper, den ich in diesem Jahr bei einer Erstsichtung gesehen habe. Geiles No-Compromise-Teil! Geiler Hauptdarsteller!
THE MECHANIC
(THE MECHANIC)
USA 2011
Regie: Simon West
Ich hatte nicht viel erwartet von diesem Remake eines Michael-Winner-Films und wurde trotzdem noch enttäuscht. Simon West bekommt einfach keinen anständigen Film zustande. Nie, nie und niemals nicht. Dass ausgerechnet dieser Totalausfall die Regie bei THE EXPENDABLES II übernehmen soll, schmerzt sehr.
UND WIEDER 48 STUNDEN
(ANOTHER 48 HRS.)
USA 1989
Regie: Walter Hill
Es wurde häufig bemängelt, dass dieser Film im Grunde nur eine Kopie des Originals wäre. Scheiß drauf. Wenn man einen Film eines der letzten großen amerikanischen Regisseure unserer Zeit sieht, ist das immer ein Fest.
DIAMOND NINJA FORCE
(DIAMON NINJA FORCE)
Hongkong 1986
Regie: Godfrey Ho
Diesmal hat Godfrey Ho einen, vermutlich taiwanesischen, Plagiatfilm zu Hoopers POLTERGEIST mit den üblichen Gweilo-Kampfszenen verbunden. Die verschiedenen Stadien der jeweiligen Produktionsjahre des Richard-Harrison-Materials lassen sich an dessen Bart und Haaren ablesen. Es ist erkennbar, dass Ho hier wirklich alles verwendet hat, was noch da war.
OHNE LIMIT
(LIMITLESS)
USA 2010
Regie: Neil Burger
Interessant, wie das Klischee vom unbesiegbaren Supertypen dem Kinopublikum heutzutage schmackhaft gemacht wird. Ansonsten eine der besseren Major-Produktionen der letzten Kinojahre. Nette visuelle Einfälle, ein charismatischer Hauptdarsteller und die wohl heutzutage obligatorische Erzählklammer runden einen flotten Thriller ab, der die Komplexität seiner Geschichte freilich zu keinem Zeitpunkt ausleuchtet und etwas sehr dem faschistoiden Gewinnertypprinzip anhängt.
HIPPIE NICO VON DER KRIPPO
(SQUADRA ANTIFURTO)
Italien 1976
Regie: Bruno Corbucci
Hier ein "Supertyp" diametral zu Bradley Cooper, der mehr auf meiner Wellenlänge ist. Tomas Milian ist der Stinkefinger im Arsch der Gesellschaft.
KEIN HALBEN SACHEN
(THE WHOLE NINE YARDS)
USA 1999
Regie: Jonatahn Lynn
Altbackene Komödie, die manchmal den ein oder anderen netten Gag raushaut. Ansonsten in ihrer Sterilität etwas schwer ertragbar.
FASTER
(FASTER)
USA 2010
Regie: George Tillman jr.
Zweitsichtung notwendig. Ansonsten etwas zu überkomplizierter Actionfilm oder zu gewaltvernarrtes Rachedrama.
THE EXPENDABLES
(THE EXPENDABLES)
USA 2010
Regie: Sylvester Stallone
Hat mir ganz genau noch mal so gut gefallen. Ein flickiger Flic, wie Flickwerk.
KARATE WARRIOR VI
(IL RAGAZZO DAL KIMONO D'ORO VI)
Italien 1993
Regie: Fabrizio de Angelis
Kann mit BRENNPUNKT LAS VEGAS und PROVINZ OHNE GESETZ auf den Thron der größten filmischen Katastrophen, die wir in diesem Jahr gesehen haben.
AMERICAN FIGHTER II - DER AUFTRAG
(AMERICAN NINJA II - THE CONFRONTATION)
USA 1987
Regie: Sam Firstenberg
Wir hatten so sehr einen im Kahn, dass wir ihn mehr als Chimäre wahrgenommen haben.
EIN SELTSAMER TYP
(UNO STRANO TIPO)
Italien 1962
Regie: Lucio Fulci
Frühe Komödie von Lucio Fulci mit einem noch sehr jungen Adriano Celentano in der Hauptrolle. So herrlich überdreht italienisch, dass man erst mal 5 Espresso kippen muss, um auf dem Level des Filmes zu sein.
DÉJÀ VU - WETTLAUF MIT DER ZEIT
(DEJA VU)
USA / Grossbritannien 2006
Regie: Tony Scott
Ein fähiger Regisseur hätte aus dieser Story einiges rausholen können. Interessant, wie auch hier wieder die Figur des Durchblickertypen als einziger noch die Fahne im "Einer gegen alle"-Konzept hochhalten darf. Seit DIE BOURNE-IDENTITÄT werden wir im Action-/Männerkino wirklich zugeschissen mit solchen Durchblickertypen. Die Antwort auf das gefühlte Chaos der Überkomplexität der Welt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert im Zuge eines deduktiven Positivismus hat das Sherlock Holmes hervorgebracht. Heute jede Menge Kleinbürger, die man im realen Leben nur als Klugscheißer wahrnehmen würde. Jedem das seine.
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