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Sonntag, 24. August 2014

VIER MANN - EIN SCHWUR

VIER MANN - EIN SCHWUR

Mit diesem Film, Tonfilm Nr. 24, sollte Ford einen seiner kuriosesten drehen. Es ist eine wilde Abfolge von Unwahrscheinlichkeiten, Actionszenen, endlosen Dialoggefechten, Szenenwechseln und Plottwists. In diesem nicht unkomplizierten Film geht es um einen in Indien stationierten britischen Colonel, der beschuldigt wird betrunken und nicht Herr seiner Sinne einen Befehl gegeben zu haben, der zum Tode vieler Soldaten führte und zum Verlust einer großen Waffenlieferung, die in die Hände indischer Rebellen gefallen sein soll. Er wird unehrenhaft aus der Armee entlassen und muss sich einem Prozess gegenübersehen. Fest davon überzeugt hereingelegt worden zu sein, hat er eine Menge Beweise gesammelt, welche nicht nur seine Unschuld beweisen sollen, sondern auch auf eine Konspiration hindeuten, bestehend aus britischen und amerikanischen Beteiligten, welche den Feind bewaffnen wollten, um ihn als bedrohlicher erscheinen zu lassen, als er vorher tatsächlich gewesen ist und um so eine Rechtfertigung für einen weiteren Kriegseinsatz zu haben. Der Colonel lässt seinen vier Söhnen telegrafieren, dass er nach Hause kommt, auf das beträchtliche Anwesen und das man einen Schlachtplan ausheckt. Die Vier sind allesamt Prachtkerle. Der älteste ein renommierter Anwalt, Nr. 2 ein Flieger-As und Frauenheld, Nr. 3 Decodierer für den amerikanischen Geheimdienst und Nr. 4 genießt seine Ausbildung noch in Oxford. Die Wiedersehensfreude ist durch das Ereignis getrübt und als es zum Abendessen läutet, fällt ein Schuss und der Colonel ist tot. Alles arrangiert, dass es wie Selbstmord aussieht. Die Vier schwören beim Bildnis ihrer Mutter und beim Grab ihres Vaters alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Sache aufzuklären.

Alfred Hitchcock trifft James Bond, trifft Bunuel, trifft Paranoia-Thriller. Es wird in den Ländern und Kontinenten hin und her gehüpft, es werden permanent die Ereignisse und Kontinente durch das Telefon zusammengeführt, es wird geliebt, geschossen, aufgeklärt und Verwirrung gestiftet. Ein nicht unanstrengendes Erlebnis, bei dem ich mich davon überzeugen durfte, dass Ford also auch mal so einen Film gemacht hat.

Der Colonel wird durch falsche Zeugen in Misskredit gebracht

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Die Vier schwören ihrem Vater zu helfen

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Nach dem Tod des Vaters schwören sie es auch ihrer toten Mutter

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Eines von nicht wenigen Mystery-Elementen. Leichen fallen aus Autos, die ohne Fahrer angekommen sind

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Während zwei der vier Brüder Indien unsicher machen, um herauszufinden was genau ihr Vater dort gemacht haben soll, sind die anderen nach Argentinien gereist, um den Weg der geschmuggelten Waffen zu verfolgen und knüpfen Kontakte zu dortigen Revolutionären

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Hier zitiert Ford die berühmte Treppenszene aus PANZERKREUZER POTEMKIN. Anders als Eisenstein stilisiert er jedoch nicht, sondern zeigt in formal nüchterner Haltung, wie die Armee Dutzende von Männern, Frauen und Kindern niedermäht.

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Nach dem grausigen Massaker, bei dem eine ganze Stadt getötet wird, erklärt der Transporteur Furnoy heiter, dass er die Waffen nur liefert, aber der Kopf jemand anders ist. Er mache in Gummi und führt den neuesten Schrei für Amerikas Hausfrauen vor: Spülhandschuhe

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Die Brüder geraten an einen amerikanischen Tycoon, der die Herstellung und Lieferung von Waffen an lateinamerikanische Revolutionäre und andere "Idioten" als lukrative Nebeneinkunft sieht

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Doch auch er ist nicht verantwortlich für diese Spionage-illegale-Waffen-Schmuggel-Verschwörung. Glücklicherweise beherrscht einer der Brüder "gänsisch" und kann so Dank eines chinesischen Kellners alles aufklären

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