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Dienstag, 17. Juni 2014

MEN WITHOUT WOMEN

MEN WITHOUT WOMEN

Fords dritter Tonfilm, 1929 entstanden, 1930 uraufgeführt, über ein untergegangenes U-Boot und seine Besatzung ist ein frühes Tonfilm-Meisterwerk in dem der Regisseur thematisch wie formal alles reinwirft, dass mir die Spucke wegblieb. Reißschwenks, POV, Dolly-Fahrten mit plötzlichen Ausbrüchen, eine frühe Form von Shutter-Cam, sensationelle Unterwasser-Aufnahmen. Dazu eine Tonspur, die so mit Geräuschen überlastet ist, dass man glaubt zwei Filme liefen parallel noch mit. Dann wieder Atmo-Veränderungen, welche eine derart klaustrophobische Stimmung im U-Boot erzeugen. Dazu das wohl erste existenzialistische Männerdrama, ohne jeglichen historischen Bezug. Weiterhin jede Menge Pre-Code-Szenen von Huren, Zungenküssen und schlackernden Titten. Ein Quantensprung zu Fords vorangegangenen Ton-Filmen und tatsächlich überwältigender und filmisch furioser als jeder Film aus Hitchcocks England-Phase. Besondere Faszination ergab sich noch dadurch, dass es sich um die internationale Exportfassung gehandelt hat, die eine wilde Kombination aus Dialogen, Texttafeln, Stummfilmelementen, dann plötzlich Sound-Collagen, inklusive Klangexperimenten usw. ist. Diesen Film kann ich jedem Filmfreund nur ganz dringend ans Herz legen.

Eine fantastische Kamerafahrt durch die "längste Bar Shanghais". Immer wieder bricht die Kamera aus

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Huren sind in Käfigen an der Straße

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Einer verfällt dem religiösen Wahn und will das U-Boot sprengen

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Das Chlorine-Gas nimmt die Luft zum Atmen.

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