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Dienstag, 17. Juni 2014

UP THE RIVER

UP THE RIVER

"Up the river" ist amerikanischer Slang für "im Knast" und so handelt es sich bei Fords fünften Tonfilm um einen Gefängnisfilm, zum Teil. Da die MGM bereits mit HÖLLE HINTER GITTERN einen Mega-Hit des Kinojahres 1930 zu verbuchen hatte, änderte die FOX die Ausrichtung des Filmes und ergänzte ihn um eine Ausbruchs-, Einbruchs- und Erpressergeschichte. Wenn man sich den wenige Monate zuvor realisierten BORN RECKLESS ansieht, glaubt man nicht, es hier mit demselben Regisseur zu tun zu haben bzw. wird klar, welch negativen Einfluss Andrew Bennison auf BORN RECKLESS hatte. Bei UP THE RIVER sind sowohl die Montage, als auch die sich ständig überlappenden Dialoge so geschwind inszeniert, dass der Film ebenso von Howard Hawks hätte sein können (allerdings Jahre bevor Hawks solche Komödien inszeniert hat). Der Humor ist urkomisch, es gibt sogar eine Szene, die sich an die Marx Brothers anlehnt und die Schauspieler sind grandios, was daran liegt, dass Ford hier zwei seiner persönlichen Entdeckungen als Hauptdarsteller besetzt und damit voll punkten kann: Spencer Tracy und Humphrey Bogart. Die beiden, die hier in ihren ersten Hauptrollen überhaupt zu sehen sind, spielen derart frisch und selbstsicher, dass es eine Freude war ihnen zuzusehen. Wer hier allerdings allen die Show stiehlt ist Warren Hymer, der William Forsythe der 30er Jahre. War er in MEN WITHOUT WOMEN noch der Aufrührer und in BORN RECKLESS der ultra-coole Bad Guy, spielt er hier einen absoluten Voll-Idioten.



Dan "Danny" Dannemora (Warren Hymer), der St. Louis (Spencer Tracy) wenige Sekunden zuvor noch totschlagen wollte, zeigt stolz seine selbstgebastelten Papierdeckchen

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